Druckschrift 
3 (1801)
Entstehung
Seite
320
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Z2O

Dichterpreis zu erhalten. Ein von ihm ver-fertigtes Trauerspiel hatte das Glück, in einerVersammlung der Trauerspicldichter zu Athen,für das vorzüglichste erkannt zu werden. SeineFreude über die Nachricht von diesem Siegegieng in Entzückung über. Götter und Men-schen wurden mit der größten Freygebigkeitbeschenkt, Lustbarkeiten und Gastmahle nahmenkein Ende.

Das Leben des Dionys war übrigens Mitmancher Aengstlichkeit verflochten. Er fühltees sehr gut, daß man ihn, seines eigen-mächtigen , ungerechten Verfahrens wegen,nicht liebte. Dieses Gefühl, das sich immerstärker regte, machte ihn bis zur Schwcrmuthargwöhnisch. Er sprach, wie man versichcrf,zu den Bürgern von Syrakus nicht anders,als von der Spitze eines Thurmes herab.Seinen Vertrauten und Freunden traute erso wenig, baß er bestandig von einer Leib-wache von Ausländern umringt war. Einstrühmte sich sein Barbierer, daß er die Kehledes Monarchen oft unter seinem Messer gehabthatte. Dieß war für den Dioüys genug,ihn hinrichten zu lassen. Von dieser Zeit an

wagte