Druckschrift 
2 (1801)
Entstehung
Seite
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brachte. Seine Lehren und sein Bcyspielwirkten so mächtig auf die Frauen und Mädchenzu Kroton, daß sie ihren Schmuck als Weih-gescheut in den Tempel brachten. Pylhagoraswollte aber nicht allein ans den damahligeuEinwohnern von Krotoü gute, sittliche Men-schen machen, sondern auch die Erziehungihrer Kinder so einrichten, daß sie seinerAbsicht entsprechen möchte. Er gicng vondem Grundsatze ans, daß der Mensch vonfeiner Sinnlichkeit ganz unabhängig scynmüsse. So wurde er der Stifter einer devberühmtesten philosophischen Schulen desAltcrthums. Am Ende seiner Tage, in hohemAlter, erlebte der vortreffliche Mann dasMißvergnügen, durch die Eifersucht der Krv-toncr alle seine guten Absichten vereitelt zusehen, linstet und flüchtig irrte er nun so-lange umher, bis der Tod aus diesem müh-seligen Leben ihn abrief. Er glaubte anWahrsagungen, und behauptete, wie Lykurg,daß seine Gesetze durch Apolls Orakel geneh-migt wären; auch glaubte er keine Seelcn-wandrung. Den Genuß der Dohnen ver-both er nicht; doch untersagte er unmäßigesWeintrinken und Fleischessen.

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