Druckschrift 
2 (1801)
Entstehung
Seite
115
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gertöchter des Tarquius bey einem Gastmahle;allein Lucretia, die Gemahlin des Collatius,saß, ob es gleich schon Mitternacht war, vonihren Mädchen umgeben, noch am Spinn-rocken. Die Stimmen vereinigten sich nunbald, ihr den Vorzug einzuräumen. Der An-blick der schönen und tugendhaften Lucrcttahatte auf die Sinnen des Prinzen Sextuseinen unwiderstehlichen Eindruck gemacht. Erkehrte allein wieder um, und Lucretia em-pfieng ihn mit allem Anstände weiblicher Wür-de. Des Sextus Sinnlichkeit wurde dadurchnoch mehr gereiht. Er fand Gelegenheit,sich in das Schlafgcmach der Lucretia zu schlei-chen. Hier barh, hier flehetc er nicht etwaum die Erhörung seiner Wünsche; nein, mitbloßem Schwerde drohete er der Schönen, indie er auf das feurigste verliebt war, mitdem Tode, wenn sie den geringsten Lerm ma-chen würde, und nun erst stimmte er seinLiebcöklagen an. Aber vergebens waren alleseine Drohungen und Klagen. Die Gefahr,z» sterben, war nicht vermögend, die Tugendder Lucretia wankend zu machen. Doch Scx-tus besann sich jetzt auf ein andres Mittel.Er wollte, wenn sie seine Wünsche uicht cr-H - hören