Druckschrift 
Glaubensbekenntniß und Abschwörungs-Formular Friedrich August II. Königs von Polen und Kurfürsten von Sachsen bei seinem Uebertritt von der Lutherischen zur Römisch-Katholischen Kirche abgelegt am 2. Juli 1697 in Baden bei Wien gegen den Bischof zur Raab
Entstehung
Seite
11
Einzelbild herunterladen
 

ZI

Lchre, unter beyderley Gestalt, ob es auch gleich ver-gönnet wäre, oder seyn möchte, mich wieder wen-den will.

Ich verspreche auch, daß so lange ich einenBlutstropfen in meinem Leibe habe, ich mein Kind*)nicht ferner zu dieser verfluchten Lehre halten, auchmit meinen Wissen nicht zugeben, daß es durch an-dere soll darzu gehalten werden, welches ich auch zu-gleich hiermit in diesem Kloster geloben, daß es mitmeinem Willen darinnen zu einem Diener Gottes sollauferzogen werden.

Ich schwüre auch, daß ich diese verfluchte Luthe-rische Lehre, gäntzlich heimlich und öffentlich mit Wor-ten und Werken, auch das Schwerdt nicht ausge-schlossen, will helfen verfolgen.

Letzlich schwöre ich vor Gott und den Engclein,auch vor Euch Anwesenden, daß ich weder eine Ver-änderung, es sey in weltlichen oder geistlichen Staubtemachen, weder aus Furcht noch aus Gunst, von dic-

') Friedrich August, Kurprinz zu Sachsen, geb. t6g«., leg-te den IS. Octobcr 17l7 ebenfalls in Baden, nach ande-ren in Wien, dasselbe Glaubcnsbckenntniß ab. Die Kur-fürstin , feine Mutter erließ zwar von Prctsch aus unterdem ZI. Octobcr ein Schreiben an ihn, doch ohne Erfolg.Dies Schreiben, ein schönes rührendes Zeugniß von mütter-licher Liebe und evangelischer Treue verdient veröffentlichtund aufbewahrt zu werden, und es wird uns vielleicht Ge-legenheit geboten, es bald dem lesenden Publicum mitzu-theilen.