Druckschrift 
Glaubensbekenntniß und Abschwörungs-Formular Friedrich August II. Königs von Polen und Kurfürsten von Sachsen bei seinem Uebertritt von der Lutherischen zur Römisch-Katholischen Kirche abgelegt am 2. Juli 1697 in Baden bei Wien gegen den Bischof zur Raab
Entstehung
Seite
10
Einzelbild herunterladen
 

SiS

verflucht, weil ich diesem verfluchtenKetzcrkelch, aus dem mir zu trinkennicht geziemet, mich theilhafftig ge-macht habe.

29. Ich bekenne, daß die heilige Schrift unvoll-kommen und ein todter Buchstabe sey, solange er von dem Pabst zu Rom nicht erklärtund dem gemeinen Mann zu sehen, zugelassenwird.

21. Ich bekenne, daß eine Seel-Messe eines Rö-mischen Priesters viel nützlicher sey, als löstund mehr Predigten; und darum verfluche ichalle dieselben Bücher, die ich gelesen, darinnendiese Ketzerische und gotteslästerliche Lehre ent-halten, ich verfluche auch alle meine Werke,die ich, so lange ich bei diesem KetzerischenGlauben gelebt, verrichtet, damit sie am jüng-sten Gerichte nicht etwa (mir bei) Gott et-was verdienen.

Dieses alles thue ich aus einem aufrichtigen Ge-müthe, und bekräfftige vermittelst eines öffentlichenWiederrufs dieser Ketzerischen Lehre, in Gegenwartder Ehrwürdigen in Gegenwart der Hoch-

gelahrten Herren, der zuhörenden Frauen, Jünglingeund Jungfrauen, daß die Römische Kirche in diesenund dergleichen Articuln die Wahrhafftigstc sey.

Ueber dießes verspreche ich auch, daß ich nim-mermehr die Zeit meines Lebens zu dieser Ketzerischen