2l6
Schlächter zu Paris, wirthschaftete mit derCasse des Jnvalidenhauses, bey welchem erangestellt war, so schlecht, daß er, um denGalgen zu entgehen, sich durch die Fluchtretten mußte. In seiner Abwesenheit gc<bahr seine Frau, die eine ganz vorzüglicheSchönheit war, eine Tochter, Johanne Amtoincttc. Es fanden sich gute Freunde,welche dieselbe im Tanzen, in der Musik,und in andern Künsten, unterrichten ließen.Das reihende Mädchen bczauberte den klei-nen übelgcbildetcn, nicht sehr feinen Nor-mant d'Etiolles so sehr, daß er sie (1741)hcyrathcte. Dieser that alles, um ssinerzärtlichst geliebten Gattin Vergnügen zu ma-chen. Es versammelten sich in seinem Hausedie feinsten und angenehmsten Gesellschaften,und bald umflatterte die schöne geistvolleFrau ein Heer von Anbetern. „Ich werde,"pflegte sie wohl zu sagen, „meinem Mannenie anders, als nur dem König,e zu gefallen,untreu werden." Auch war dieß ihr Ernst.Sie arbeitete wirklich an dem Plane, denBeherrscher Frankreichs zu erobern; schonihre Mutter bildete sie zur Geliebten dessel-ben; Madam la Tencin, ihr Bruder, der
Car-