Druckschrift 
16 (1806)
Entstehung
Seite
83
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beschäfftigt hatten. Schon Z5 Jahre alt,und auch nicht schön, aber geistvoll, unter»haltend und sanft, ohne Habsucht, Ehrgeih,Herrschbegicrde, mit den Staatsgeschäfftenganz unbekannt, und daher gerade die Per»son, wie sie der Cardinal wünschte, liebtesie den König blos seinetwegen, als einender schönsten Manner, machte sie weder fürsich, noch für ihre Verwandten, auf etwasAnspruch, begnügte sie sich mit sehr mafii»gen Geschenken. Man brauchte den Kam»mcrdiener des Königs, um ihn für dieMailly besonders zu gewinnen. Ludwig XVstellte sich so schüchtern, so verschämt an,dafi er, als ihn Richelieu zur ersten Zusam-menkunft mir der Mailly beredt hatte, nichteinmahl den ersten Schritt that, daß ihmdie Mailly bey dem zweyten Versuche bereit-willig entgegen kommen mußte. Als mandiese Liebschaft (17Z7) dem Hofe bekanntmachte, rechtfertigte man sie durch das kalteTemperament, durch die Kränklichkeit, durchdie Frömmelei) der Königin.

Doch Ludwig wurde allmählig ein sodreister Liebhaber, daß er seine Gunst unterF 2 meh»