»49
wurde, vor ihm nieder, und küßte ihm dieFüße. Auch hielt er, wie der neue Pabstseineu feierlichen Kirchenzug hielt, dessenPferd am Zügel.
Die weniger schlauen, als gutmüthigenMitglieder der Versammlung (wenigstens dieweltlichen) erwarteten nun, daß Martin denübertriebenen Anmaßungen der hohen undNiedern Geistlichkeit großmüthig entsagenwürde. Aber wie sehr sahen sie sich inihrem schönen Wahne getäuscht! Die Car-dinäle, von welchen man die Erfüllung ihresVersprechens sehr dringend verlangte, waren,wegen immer neuer Vorwände, die Sacheaufzuschieben, gar nicht verlegen. So ver-strichen zwey Monathc ganz fruchtlos. In-dessen war es dem neuen Pabst gelungen,den Kaiser auf seine Seite zu ziehen. Erhatte ihm, zur Entschädigung des großendurch die Kirchcnvcrsammlung veranlagtenAufwandes, von allen geistlichen Gütern inDeutschland, ungleichen in den Sprcngelnvon Trier, Lüttich und Basel, den Zehntenauf ein Jahr bewilligt. Dieser ließ sich nunden listigen Antrag des Pabstes^ den Be-schwerden,