verschaffen, hatte in den sechziger Jahren in den übrigen Teilen Deutsch-lands bereits vielfach Anlaß zur Gründung von Bodenkreditgesellschaftengegeben, und nun wurde auch für Schlesien ein solche unter reger TeilnahmeLudwig Theodors geplant. Schon war sie nahe daran ins Leben zu treten,als der plötzlich ausbrechende Krieg mit Frankreich die Vollendung derVorarbeiten unmöglich machte. Erst 1872 kam das Unternehmen unterder Firma „Schlesische Bodencredit-Actien-Bank“ unter der Mitwirkungvon Eichborn & Co zur Ausführung.
Mit dem Kriege von 1870/71 sind wir in unserer Betrachtung andem Punkte angelangt, wo die letzte Phase der Geschichte der Firma be-ginnt, in der diese eine Entwickelung nimmt, die manchem wohl nichtrecht verständlich erscheinen wird, eben, weil sie tief begründet ist durchden Geist und die Anschauungen, die in dem Hause Eichborn & Co vonBeginn an lebendig gewesen sind und seinen Charakter unverrückbar fest-gestellt haben.
Nach der glorreichen Beendigung des Feldzuges, dessen ungeheureKosten von Frankreich in unglaublich kurzer Zeit bar an Deutsch-land erstattet wurden, wobei große Beträge der Kriegskontribution auchdurch die Hände der Firma gingen, entwickelte sich zunächst bekannt-lich als Folgeerscheinung des französischen Milliardensegens eine wahreGründungswut für alle nur denkbaren Unternehmungen. Die unsinnigstenProjekte wurden zur Tat gemacht und fanden Beifall. Natürlich mußte eingroßer Teil nach kurzem Dasein als nicht lebensfähig wieder aufgegebenwerden, und Unsummen gingen dabei verloren. Man riß sich die ange-botenen Aktien ohne Prüfung, und ohne auf vernünftige Vorstellungen
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