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Das Soll und Haben von Eichborn & Co in 175 Jahren : ein schles. Beitr. zur vaterlaendischen Wirtschaftsgeschichte
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Weitaus am folgenreichsten hiervon waren die permanenten Seekriege: siebrachten den ganzen schlesischen Leinenhandel zum Stillstand und brachendamit für immer dessen internationale, weltumfassende Bedeutung.

„Neue Bestellungen sind kaum zu hoffen“ — berichtet Hoym überden März 1794 — „da besonders zwei Hindernisse den Handelungemein erschweren, die zwar an sich Folgen des gegenwärtigenKrieges wider Frankreich sind, aber in keinem der vorigen Kriegein diesem Umfange existiert haben. Die Gefahr der Schiffarth ist

die erste Hinderniss, indem die Franzosen nach dem Beyspiele der Eng-länder auch von dem Grundsätze abgegangen sind, daß ein neutralesSchiff auch das geladene Guth frey mache: mithin sind die Verladungender schlesischen Leinenwaren sogar auf neutralen Schiffen als dänischenund amerikanischen unsicher. Die zweite nicht minder erhebliche Hinder-niss ist die Hemmung des direkten Ganges der Posten nach Spanien. DieSpanische Briefe gehen zwar auf dem Wege über England ziemlich sicher,aber auf diesem Wege wird über einen Monath mehr Zeit verlohren,welches dem Handel sehr nachtheilig, da besonders die angewiesenenGelder nicht gehörig erhoben werden können“ 1 ).

Und schon drohte auch die Gefahr, daß Holland in französischeHände fiel, wobei nach dem bisherigen Vorgehen der Franzosen eineKonfiskation des in Waren daselbst befindlichen Privatvermögens der Aus-länder zu befürchten war 2 ). Dies trat ja nun zunächst glücklicher Weisenicht ein, aber die Seekriege dauerten fort und machten jeden Handelunmöglich, zumal „die englischen Kaper“ — wie Hoyms Bericht überden Monat August 1797 meldet — „auch die Preussischen mit Certificatenund auf neutralen Schiffen versandten Waaren nicht im mindesten ver-schonen, und ebenso auch die Französischen Kaper verfahren, die nochvor kurzem einem Handlungshause zu Schmiedeberg eine beträchtliche

1) Grünhagen, Monatsberichte des Ministers von Hoym über den Schlesischen Handel1786—1797, Zeitschrift des Vereins f. G. u. A. Schl. XXVIII, p. 386; vgl. hierzu und für das Folgendebesonders Zimmermann, Bltithe und Verfall des Leinengewerbes in Schlesien, p. 226 ff. und 286 ff.und Schneider, Entwickelung der Leinenindustrie in Schlesien, p. 53 ff. Siehe auch Philippson a. a. O.,II, p. 115: „Durch die mit dem Seekrieg verbundene Caperei abgeschreckt, wagten zumal die Spanieres nicht mehr, die Leinwand aus Schlesien zu beziehen.“

2 ) Griinhagen, a. a. O., p. 389 f. u. B-A, 439.