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werden. Was nun die einzelnen Zweige des Breslauer Handels anbelangt,so finden wir dieselben am knappsten und übersichtlichsten in einemBerichte Johann Wolfgangs vom Jahre 1807 zusammengestellt, der folgen-dermaßen lautet:
„Actifhandel.
Der Haupthandel Schlesiens entspringt aus seinen Manufacturenund Produkten. Das sind
a) Tücher in ordinairer, mittel und weniger feiner qualite,
b) Leinewand von der niedrigsten bis zur feinsten Gattung,letztere aber weit unbeträchtlicher als erste,
c) Färber-Röte, Eisen und dergl.
Die meisten Leinen versenden wir für unsere Rechnung und aufunser Risico ins Ausland z. B. nach Bremen, Hamburg, Holland, Spanien,Portugal, Amerika, selten auch nach England; halten auf diesen Märktenoft jahrelang Lager und müssen dann immer noch auf Terminen ver-kaufen, ja sehr oft gewärtigen, das Kapital zu verlieren.
Die Tücher verkaufen wir auf 12 Monate Zeit an die Reussen,und sind nicht selten eben dieser Gefahr ausgesetzt, gewöhnlich vergehenstatt 12, 15, 18 auch 24 Monate, bevor wir unsere Zahlung erhalten.
Unsere Produkte werden teils im Lande selbst und teils insAusland verführt. Diese Versendungen nach dem Ausland geschehenauf Bestellung des Committenten.
Commissionshandel
findet mit Leinewand statt; der Spanier, Portugiese, der Engländer, undandere Nationen mehr, committieren den Einkauf benötigter Leinen,geben aber mehrenteils erst dann Rembours, wenn die Ware versandtwerden kann, oder gar oft erst, wenn sie in Hamburg angekommen undin Händen des Expediteurs ist; bey solchen Aufträgen ist der Schlesierverbunden, die Gelder zum rohen Einkauf zu fournieren und, bis dieLeinen gebleicht und fertig sind, 6 und 8 Monate lang in Vorschußzu bleiben.
Dies bringt uns sehr oft in die unangenehme Lage eines großenGeldmangels zum Handelsverkehr; man spannt dazu die Kräfte desBreslauischen, sogenannten Banquiers an, der nun aber, da sich das