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Das Soll und Haben von Eichborn & Co in 175 Jahren : ein schles. Beitr. zur vaterlaendischen Wirtschaftsgeschichte
Entstehung
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interessante Erfahrung, daß sich hierin mit Ausnahme weniger Floskelnim Verlaufe der ganzen Zeit so gut wie nichts geändert hat 1 ). Es istdies insofern von tieferer Bedeutung, als darin deutlich zum Ausdruckkommt, daß auch dem Handelsstande ein stark konservativer Zug inne-wohnt. Wenn * er gegenwärtig stark im Schwinden begriffen ist, ja zumTeil schon ganz verloren gegangen zu sein scheint, indem er sich wesent-lich nur noch, wie eben erwähnt, in zahlreichen Äußerlichkeiten, alsogerade an falscher Stelle betätigt, so ist das sehr beklagenswert, aber nurdie unabwendbare Folge des Charakters der modernen wirtschaftlichenEntwickelung, die mit jedem Tage fast neue Verhältnisse und in derenWeiterwirkung auch stets neue Notwendigkeiten, den Geschäftsverkehr zuändern, schafft. Schlimm steht es freilich, wenn unter ihrem Einfluß, wiees allerdings nur zu häufig schon bedauernswerter Weise geschehen istund täglich noch weiter geschieht, auch eine Veränderung des Charaktersdes Geschäftsverkehres stattfindet: denn eine Verbesserung bedeutet diese,zerstörend und auflösend, wie sie meistens wirkt, wohl nie sondern nurderen Gegenteil. Um so bemerkenswerter ist daher die Tatsache, daßdie Geschichte unserer Firma durchgehends einen im besten Sinnekonservativen Geist in ihrer geschäftlichen wie in der von ihren Inhabernausgeübten öffentlich persönlichen Tätigkeit erkennen läßt.

Das Leben Johann Friedrichs bildet hierfür, wie bereits oben vor-ausgreifend erwähnt ist, gleich wieder einen weiteren Beleg. Von demZeitpunkte an, da er nach dem Tode seines Oheims Senior der Handlunggeworden ist, verschwindet sein Name nicht mehr aus den Akten derKaufmannschaft. Wie vielseitig die Aufgaben, die an ihn herantraten,waren, möge das eine aufs Geratewohl herausgegriffene Jahr 1775 zeigen.

1) Man sehe z. B. die folgende Quittung: „Auf Anschaffung der Herren Eichborn et Comp,in Breslau, und in Gefolg Ihrer mir durch H. Ober Amts Raht Schlechtenthal daselbst, übersandtenAnweisung d. dato d. 2*«" Januarii a. curr. auf Herren David und Jacob de Neufville in Franckfurt, dieSummam von Eilf Tausend Reichsthaler in Louisdor zu fünf Reichsthaler (über welcher Summeförmliche Quittirung an den eigentlichen Debitorem und Auszahler Grafen zu Solms Baruth in Breslaubereits das nötige verfüget worden) durch obgemeldete Herren Deneufville empfangen zu haben,wird auf derselben Verlangen hierdurch nochmalen Bescheiniget.

Cölln, d. 17 ten i Januarii 1779.

Friedrich Wilhelm Graf und Edler Herr zur Lippe.

p Rtth. 11 000 — in Louisdor a 5 Rtth.