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Das Soll und Haben von Eichborn & Co in 175 Jahren : ein schles. Beitr. zur vaterlaendischen Wirtschaftsgeschichte
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Es darf lins also nicht überraschen, wenn wir auf einmal in densiebziger Jahren die Firma in äußerst lebhafter Weise an letzterem beteiligtsehen. Denn in dem gleichen Maße, wie sich der Garnhandel schwierigergestaltete, hat sich die Firma von diesem zurückgezogen und anderenHandelsgebieten, wie dem Wein- und vor allem Leinwand-Handel, welchletzterer über Hamburg und Holland nach England, Frankreich, Spanien,Portugal, Sicilien, Neapel, ferner nach Polen, Rußland und auch Amerikaging, zugewandt. Ihre oben erwähnten Beschwerden und Gutachten inSachen des Garnausfuhrverbotes sind mit das letzte, was wir über ihrenAnteil an dem Verkehr in diesem Handelsartikel wissen. 1775 hat sieden Handel darin endgültig und völlig aufgegeben, und zwar, wie ein vonihr 1789 der Regierung erstattetes Gutachten besagt, aus dem oben an-gegebenen Grunde 1 ). Dagegen ist sie auf dem Feinwandmarkte gleich

mit großen Beträgen vorgegangen. Durch die gewiß nicht vollzähligerhaltenen Sekunden (Wechsel) auf Holland aus dem Jahre 1777, die dasFirmenarchiv aufweist, ist z. B. allein bereits über den vierten Teil dergesamten Breslauer Ausfuhr nach diesem Lande belegt 2 ), und der Exportnach Hamburg scheint in finanzieller Hinsicht so gut wie ganz durch dieFirma abgewickelt worden zu sein. Zwar liegt uns als Prüfstein hierfürnur ein um dreizehn Jahre älterer Bericht der Kaufmannsältesten vor, dochgestattet uns auch dieser schon einen kennzeichnenden Rückschluß. Erbeziffert den gesamten Breslauer Leinenversand nach Hamburg vomJuni 1763 bis Mai 1764 auf rund 75556 Taler, und dieser Summe stehenaus dem Jahre 1777 noch erhaltene Rimessen aus der Leinwandabteilung

Obervorstehers der böhmischen Handlungs-Kollegien zu Arnau Delegierte des schlesischen undböhmischen Leinenhandels zu einer Konferenz zusammen, auf der gegenseitig vereinbart wurde, sichbei den beiderseitigen Landesherren dafür zu verwenden, daß im Fall eines Krieges bei Über-schreitung der Grenze von Gelderpressungen und Kontributionen in den schlesischen oder böhmischenGebirgsgegenden abgesehen werde, und so die Leinwandfabrikation und der Leinenhandel, von demdie Wohlfahrt der Gebirgsbewohner abhinge, erhalten bleibe. B-A, 590.

] ) B-A, 595. Der Vollständigkeit halber sei hier bemerkt, daß sich die Firma an der 1770unter der lebhaften Teilnahme Friedrichs in Stettin errichteten Getreidehandlungscompagnie, diemit den Riesenplänen des Königs zusammenhing, aber in den kaufmännischen Kreisen keinen Beifallfand und in Breslau z. B. nur drei Mitglieder gewann, nicht beteiligt hat. Näheres B-A, 409.

2 ) Einen Niederschlag des großen Umfanges, den der damalige Handel nach Holland gehabthat, darf man vielleicht darin erblicken, daß bei der Einführung von Dukaten in Preußen im Jahre 1787festgestellt wurde, daß solche holländischer Prägung schon immer im Lande cirkuliert hätten (B-A, 288);von den Rimessen der Firma sind nur einige in Dukaten, die Mehrzahl in Talern und Gulden ausgestellt.