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infolge ihres ununterbrochenen Fortbestehens die älteste Bankfirma Breslausund ganz Schlesiens überhaupt 1 ). Die gegenwärtigen Bankgeschäfte derStadt und Provinz haben sich ohne Ausnahme teils erst im Verlaufe desneunzehnten Jahrhunderts zu solchen entwickelt, teils sind sie erst imLaufe desselben entstanden.
Aus den sechziger Jahren liegen die Kontrakte einer Anzahl größererund kleinerer Lombardgeschäfte vor, die die Firma meist auf die Dauereines ganzen Jahres gegen hypothekarische Sicherstellung, Wechsel undanscheinend besonders auch blanco abgeschlossen hat. Das Interessantestean diesen Darlehnen ist der für eine notorisch geldarme Zeit, in derman krampfhaft durch Gründungen verschiedenster Art, besonders abervon Banken neues Geld oder doch Geldwerte zu schaffen bestrebt war,billige Zinsfuß. In der Regel beträgt er nämlich glatt 5% ohne jedeProvisionsberechnung und nur in einem Falle ist er auf netto 6 % normiert.Das sind Sätze, die bei ähnlich gedeckten und langdauernden Engagementsheutzutage eigentlich nur zu Zeiten größerer Geldflüssigkeit in Anwendungkommen, während der Kampagne aber und bei Versteifung des Geld-marktes sowie in Zeiten der Hochkonjunktur oft nicht unwesentlich über-schritten werden 2 ). Wie schwierig dabei gerade damals die Verhältnisseauf dem schlesischen Geldmärkte lagen, zeigt uns u. a. eine Eingabeder Kaufmannsältesten von Hirschberg, Landeshut, Schmiedeberg undGreiffenberg an den Minister Schlabrendorff vom 16. Februar 1765, inder es an einer Stelle heißt: „Es herrscht gegenwärtig fast auf allenHandlungsplätzen von Europa eine solche Stille in dem Verkauf von
Erbschaften und Heurathen auch besitzenden Grundstücken nach dem äußerlichen Scheine muth-maßen und ermessen lassen.“ Stadtarchiv zu Breslau M. R. VI 9. Vol. II.
1) In der Reihe der gesamten deutschen Bankgeschäfte erscheint die Firma den Angabenim deutschen Bankierbuche (Ausgabe von 1902) zufolge als solches an elfter Stelle. Jedoch mußhierbei bemerkt werden, daß uns eine Nachprüfung der daselbst angegebenen Gründungszahlen einer-seits und der Entwickelung der einzelnen Firmen in ihrer Eigenschaft als oder ev. zu Bankgeschäftenandrerseits, wie wir sie hinsichtlich Breslaus und Schlesiens austiben konnten, nicht möglich gewesenist. Ferner muß dahingestellt bleiben, ob jene Firmen älteren Datums eine ebenso lückenloseGeschichte wie Eichborn & Co aufzuweisen vermögen.
2 ) Der Staat selbst berechnete 1763 bei einigen kleinen Hilfsvorschüssen, also nichtgeschäftlichen Darlehen, von 1000, 2000 und 3000 Tlrn. der Stadt Bunzlau als ausnahmsweisebilligen Zinsfuß 4% (Ztschrft. d. V. f. G. u. A. Schlesiens XXV, p. 119. C. Grünhagen, Schlesienunmittelbar nach dem Hubertusburger Frieden).