Entwickelung, die uns machtvoll in ihnen entgegentritt und uns wappnetzum Kampfe gegen die moderne pessimistische Anschauung der Zweck-losigkeit des menschlichen Daseins. Denn Blatt reiht sich an Blattund Zahl an Zahl, nirgends eine Lücke, ein Stillstand. Mag auch daskurz bemessene Dasein der Menschen im Vorrücken der Jahre einen derLeiter der Firma nach dem anderen zwingen, müde die Feder aus derHand zu legen, um nach vollbrachtem Tageswerk zur verdientenRuhe einzugehen, immer findet sich wieder der Sohn auf dem Platze,fortzuarbeiten am Generationen-Werke und weiterzuwirken an alterStätte. Und an die Stelle der Namen in den Überschriften undKolonnen der einzelnen Seiten und Konten treten immer wieder andereNamen, wie im Ozean Welle auf Welle folgt. So gestaltet sich dieGeschichte der Firma kraft dieser steten Entwickelung zu einer epischenErzählung wirtschaftlichen Geschehens auf dem vaterländischen Bodenund löst durch ihre Betrachtung in wundersamer Weise ein unbegreif-bares und doch lebendiges Gefühl eines großen Zusammenhanges undeiner unabsehbaren Entwickelung in uns aus.
Gleiten wir nun aber im Folgenden den Strom ihrer wie derallgemeinen Entwickelung hinab, so ist es uns wohl, als sähen wir dieFirma von Zeit zu Zeit an den einzelnen Biegungen des Flußbettesplötzlich in veränderter Gestalt wieder auftauchen und ihre verschiedenenZeitgebilde in bunter Reihe burgähnlich das Ufer besäumen. Sie alleumschwebt und verbindet ein gemeinsamer Geisteshauch, und im Urahnerkennt sich der Enkel. In allen ihren Höfen rauscht ein Sproß vomStamm der alten Familieneiche und rieselt in seinem Schatten der Arbeitreicher Born. So ragt die Firma an der Einmündung des Stromesin die Gegenwart, sich selbst treu geblieben, persönlich und doch un-persönlich wie eine Hochburg konservativer Gesinnung mitten in dieBrandung unserer so vielfach zerstörenden und zersetzenden Zeit hinein,und ihre Schwelle behütet der segensvolle Geist der Tradition.
Der moderne Wanderer aber, der dieses Flußtal hinabzieht,möge sich dadurch auf materiellem Boden dennoch als Idealisten fühlenund im Anblick dieser Generationen langen, gewaltigen Summe vonArbeit ein Pflichtgefühl empfinden lernen, das ihn innerlich befreiend