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König Friedrich Wilhelm III : sein Leben und Wirken ; eine Schrift für das preußische Volk
Entstehung
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II

Dezember 1793 kam sie nach Berlin und am 24. Dezember wardie Vermahlung. Nicht Staatsgründe oder Familienverhältnisseknüpften dieses Bündniß, sondern es entsprang aus einer reinernQuelle: der Harmonie edler Gesinnungen, dem Einklänge der Her-zen.

Das traurige Ende des Königs von Frankreich, Ludwig XVI-,hatte indeß wie ein elektrischer Schlag ganz Europa durchzuckt.Alle Fürsten erhoben sich, aber der Fanatismus siegte, und die deut-schen Mächte mußten unter ungünstigen Bedingungen Friedenschließen.

Preußens Stellung zu den Hauptmächten Europa's war da-mals keine günstige. Das russische Kabinet war entfremdet, Groß-britannien und die französische Republik zeigten sich kalt, Oesterreichwar mit ihm ganz gespannt. Unter solchen Verhältnissen wurdeder Congreß zu Rastadt eröffnet, dessen Ende jedoch Friedrich Wil-helm II. nicht mehr erlebte. Schon seit dem Jahre 1796 hattedie Gesundheit des Königs immer mehr zu wanken angefangen;seine Hoffnung, sie durch den wiederholten Besuch des PyrmonterBades von neuem zu befestigen, ward nicht erfüllt. Im Sommer1797 kehrte er kränkelnd von Pyrmont nach Potsdam zurück, seineSchwachheit nahm schnell zu, eine Wassersucht befiel ihn, und alleKunst der Aerzte wurde vergebens verschwendet. Er starb nacheiner elfjährigen Regierung in seinem 53. Lebensjahre, am 16.November 1797, und der siebenundzwanzigjährige Kronprinz be-stieg unter dem Namen

Friedrich Wilhelm III-den Thron seiner Vorfahren. Am 7. Juli 1798 empfing derjunge Monarch in Berlin, im Rittersaale auf dem königlichenSchlosse, die Huldigung von Seiten der Kur- und Neuckiark, derHerzogthümer Schlesien, Magdeburg, Kleve und Pommern, derMarkgrasthümcr Anspach und Baireuth, der Fürstenthümer Hal-berstadt, Minden und Ostfriesland, und der Grafschaften Mark,Ravensberg, Tecklenburg und Lingen. Die Königin nebst der ver-wittweten Königin Mutter und den übrigen Prinzessinnen des kö-niglichen Hauses waren Zeugen dieser feierlichen Handlung, nachderen Beendigung die im Lustgarten versammelten Abgeordnetender Bürgerschaften den Eid der Treue leisteten. Dann ertönteunter Abfeuerung des Geschützes drei Mal: »Es lebe der KönigFriedrich Wilhelm der Dritte!« Der Monarch dankte bei demwiederholten Freudenrufe den Bürgern durch öfteres Verneigenund Winken mit der Hand von dem Balkon des Schlosses. Die