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König Friedrich Wilhelm III : sein Leben und Wirken ; eine Schrift für das preußische Volk
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und gerade auf das Papier, auf welchem der König schrieb. Danahm ihn der König und steckte ihn in seine Tasche. Der kleinePrinz bat unterthänigst um Verzeihung und fragte dann, ob seineMajestät nicht die Güte haben würden, den Ball zurückzugeben.Der König verweigerte die Erfüllung der Bitte. Der Prinz ver-doppelte seine Bitten. Diese wurden auch jetzt nicht erhört. End-lich, müde zu bitten, nähert sich der kleine Prinz stolz dem Könige,setzt seine beiden Arme in die Seite und sagt mit drohender Miene:»Jetzt frage ich Ew. Majestät, ob Sie mir meinen Ball wiederge-ben wollen; Ja oder Nein?« Lächelnd zog der große König denBall aus der Tasche, gab ihn dem Prinzen zurück und sagte dabei:»Du bist ein braver Junge, Du wirst Dir Schlesien nicht wiedernehmen lassen.« Die folgende merkwürdige Mittheilung, welcheauthentischen Quellen entlehnt ist und eine Schilderung des Ver-hältnisses des Heimgegangenen Königs zu Friedrich dem Großenenthält, scheint freilich oer obigen Anekdote zu widersprechen. Fried-rich Wilhelm III. erzählte nämlich noch in seinen letzten Lebcns-tagen, auf Veranlassung der Grundsteinlegung zum Denkmal fürFriedrich den Großen, über seine frühern Beziehungen zu diesemLetztern Folgendes:

»Ich kann mich des Königs noch sehr lebhaft erinnern, obich ihn schon nur wenige Male gesprochen habe. Das erste Malverlangte er mich in Sanssouci zu sehen. Ich war damals siebenJahr alt und wohnte in Potsdam im Schlosse. Ich mußte michdaher zu diesem Besuche herausstassiren. Dazu erhielt ich nachdamaligem Schnitte, wie er in Paris Mode war, einen violetfei-dsnen Rock, eine mit Gold, Silber und Flittcrn gestickte Weste mitbreiten Schößen, welche die Obsrhofmeisterin gestickt hatte, schwarzeseidene Beinkleider mit Gürteln und Schnallen, weiße seideneStrümpfe, und Schuhe mit rothen Haken und großen Schnallen.So geputzt, frisirt und gepudert, einen Haarbeutel im Nacken,einen Galanteriedegen mit Porzellangefäße an der Seite und einenEhapeaubas unterm Arme, machte ick, mich zu Fuß auf den Wegnach Sanssouci, da kein Wagen in Bereitschaft war und ich diebestimmte Stunde nicht versäumen wollte. Ich erschien vor Fried-rich. Er empfing mich sehr freundlich. Was er mit mir ge-sprochen, kann ick, mich freilich nach so langer Zeit nicht mehr erin-nern, er mußte indeß doch mit mir zufrieden fein, denn er klopftemir sanft aus die Backen und fragte mich dann: »Was wünschestDu Dir denn wohl?« Die Frage kam mir sehr unerwartet,und darauf nicht vorbereitet, schwieg ich. »Nun, Du wirst doch