Druckschrift 
Wilhelm Bassermann, 1744 - 1811, Kaufmann in Heidelberg, und seine Nachkommen : beiträge zur Bassermann'schen Familiengeschichte
Entstehung
Seite
35
Einzelbild herunterladen
 

mir beständig vor Augen. Mein erstes war, mich insgeheim vor Gott niederzuwerfen und ihn um die Liebe derKinder zu bitteu, daß doch meine Bemühungen an ihrerErziehung mögte gesegnet seyn, und ich die seelige Freudehaben mögte, Himmelsbürger zu erziehen.

Die Zärtlichkeit des Herrn Bassermann gegen michläßt mich alles gute hoffen, wenn wir nur in dem einenPunct harmonieren, was Unterstützung der Nothleydcndcnbetrifft. Alles dieses wird aujetzo der Gegenstand meinesGebetes. Sie mein Freund bitten auch für mich zu Gottum die Erhörung meiner lauteren Wünsche. Ich zweiflenicht, daß Sie und Ihre liebe Lotte mich meiner Bittegewähren und Herr Bassermann in ihre Lieb und Freund-schaft aufnehmen. Leben Sie wohl theurcr Freund undbehalten Sie im guten Andenken. Ihre ewig treueFreundin Erb."

In einem Brief vom 8. Januar 1790 erzählt dieBassermännin von dem Eheabschluß und ihren Stiefkindern,denen sie eine zweite Mutter wurde. Der Brief lautet:

Gottlob ich habe nicht Ursache mich meinen Ent-schluß gereuen zu lassen und ich verspreche mir Täglichmehr Zufriedenheit, wenn ich einmal mit den Sitten undGewohnheiten des Hauses bekannter bin. Die Liebe derKinder habe ich gantz, der 2te Bub, vor dem mir so bang,wegen seiner heftigen Gemüthsart war, hat sich schonmerklich zu seinem Vortheil geändert, und so hoffe ich,daß meine Bemühung an den Kindern nicht ganz fruchtlossehn soll. Den 1. November voriges Jahr war unsereTrauung ganz in der Stille, so wie ich es mir ausbath,in Rohrbach, kaum war ich 8 Tage hier, so fieng dasHanskreutz schon an, der 2te Bub bekam die Blattern,jedoch Gottlob sehr glücklich, und eben diese Krankheithatte den wesentlichen Einfluß auf seine sittliche Besserung,weil das Kind 3 Wochen lang beständig in meiner Auf-sicht und Umgang war, so gewöhnte ich ihm unvermerkt

g-