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Lichtstrahlen beleuchtend Religion, Christenthum und Welt, aus Heinrich Zschokke's Werken
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wäre vom Geblüt der Unsterblichen Gottartiges inihre Adern vererbt.

Aber es kommen die Jahre, da jene Unbandig-keit des Gefühls und der Einbildungskraft dem über-legner gewordenen L'erstände weicht, das Brausendes Jünglings Bedachtsamkeit des Mannes wird undder Barbar zum Halbbarbaren heranreift.

Auf dieser höhern Staffel der Menschheit seh'ich große Nationen umsicbtiger und klüger dastehen;aber nicht edler, nicht weiser. Ehre, Gewalt undGold sind noch die Hebel aller Unternehmung; Ber-nunftgesetz, Tugend und Religion werden Dienerin-nen des schlau berechnenden Verstandes. MaterielleInteressen ragen hoch über die Interessen des Geisteshinaus. Wahrend die Kunst des Schönen welkt,treten Prachtstädte, Handelsstraßen, Flotten, stehendeKriegsheere, Hochschulen in Fülle hervor. Man be-flügelt die Schiffe mit Dampf und fliegt, vonGaswolken getragen, üöer das Reich des Adlers hinaus.

Der Halbbarbar giebt seiner Barbarei nur ge-falligere Form und setzt an die Stelle schwärmeri-scher Phantasie den Kalkül der Selbstsucht, welchesich aber in Farben der Vaterlandsliebe, Menschen-liebe und Gottesliebe kleidet. Schule und Kirchen,Schauspielhauser und Rednerbühnen ertönen von Tu-genden; aber man verlacht im Stillen Den, der ih-nen Rang, Vermögen und Lebensfreuden hinopfert,ohne stattlichen Ersatz. Ein Mensch ist zwar nichtmehr Leibeigener des andern, aber des Staates.Er wird mit dem Boden seines Landstrichs verkauft,vertauscht und vererbt. Der Staat selbst ist kunst-reich gebaut, aber ohne Einfalt; ein widerspruchvol-les Flickwerk von Ueberbleibseln roher Borzeit mitvernunftgemäßer» Stiftungen; ein ritterthümlichcrBurgstall mit modernen Anhängseln, worin Glauben,Aberglauben und Unglauben beisammen Hausen.