18
ist (de bell. Gail. 1 29, 1; Germ. 3). Selbstverständlich ist es,daß nur wenige der Allervornehmsten und Gebildetsten andiesen Gütern hellenischer Kultur teilnahmen, daß dement-sprechend ein Fund wie die Kybelegruppe mit griechischer In-schrift in keltischer Sprache so vereinzelt bleiben muß wie dieGoldfibel von Praeneste oder die griechische Vase aus Ludwigs-burg im Museum von Stuttgart. Auf Münzen der Treueri findensich Nachbildungen von Münzbildern Massalias (Blanchet Ip. 254, 7; R. Forrer, Kelt. Numismatik, Straßb. 1908, S. 92,175). Die erste griechische Inschrift aus dem Trevererland vor-römischer Zeit war die Aufschrift einer Goldmünze mit demNamen APAA, dem Namen eines Magistrats, der später mitARDA bezeichnet ist (Klein a. a. O., Blanchet II p. 353): diezweite und weit wichtigste ist die hier behandelte Inschrift zuEhren der Großen Göttin. Die Inschrift besteht aus 4 Zeilen.Die Buchstaben sind nicht eingegraben, sondern in Reliefschrifterhöht, eine Schreibweise, die erlesen und selten ist: hierüberLarfeld, Gr. Epigraphik, München 1914, S. 120; Hübner, Röm.Epigraphik im Handb. d. kl. Alt. I 1892, S. 648. Jacobsthal,Charites S. 459 f. Der Künstler hat derart gearbeitet, daß ervom oberen Rand des Altars ab der Reihe nach die Zeileneingrub, indem er dabei jedesmal die einzelnen Buchstaben in etwasgeringerer Tiefe als der umgebende Rahmen aussparte und so inder Fläche der Zeile stehen ließ. Der so entstehende Rahmenist oben und zur Seite von gleicher Breite, an der unteren Seiteviel breiter geraten, weil der Künstler statt 5 nur 4 Zeilenbrauchte, und es für überflüssig fand, den unteren Rand derUmrahmung anders als durch das Ende des Steins zur Dar-stellung zu bringen. Die Lesung ist überall sicher, die Formender Buchstaben haben noch keinerlei Anzeichen der zerfahrenenFormengebung der Kaiserzeit. Verglichen mit den Buchstaben-formen des Monumentum Ancyranum ist ihre Form alter-tümlicher, indem die dort wagerechten Schenkel des Sigma undOmega nicht parallel sind, oder die gleiche, gerade Richtunghaben, sondern leise auseinanderstreben. Larfeld im Handbuch,S. 273 führt als Zeitbestimmung für diese Form des Sigma dieWorte Dittenbergers zu III 1 30 an, wonach diese Form 'Augustiaut adeo liberae reipublicae tempore scriptum titulum indicare