riesenhaft vergrößertes, unbärtiges Haupt auf einem vier-eckigen Sockel liegend, der mit einer sinnlosen griechischen In-schrift verziert ist.
Dies Haupt ist schwerlich das Tempelbild einer Gottheit, dasdie Gläubigen kennen, ohne einer Unterschrift zu bedürfen, eineErwägung, die auch für das Menschenhaupt auf dem Bildwerkvon Coblenz zutrifft. Vielmehr weisen die beiderseitigen Weih-inschriften darauf hin, daß hier eine Weihung an eine Gottheitstattgefunden hat, und daß jener unbärtige Kopf aus Montsalierdas maßlos vergrößerte Abbild des Hauptes eines erschlagenenGoliaths unter den Galliern darstellen soll. Der bärtige Kopfauf dem Bildwerk von Coblenz ist dann kein Gallier, sondernvielmehr ein Germane.
Von der ciuitas Treuerorum berichtet Caes. b. Gail. VIII 25,sie sei 'propter Germaniae uicinitatem cottidianis excercitatabellis’, Tacitus (hist. IV 37), daß bis zur Zeit des Vespasian dieTreuerer 'magnis inuicem cladibus cum Germanis certabant’.Wo vor der Gründung von Augusta Treuerorum der Sitz derRegierung der Treverer gewesen ist, ist unbekannt. Jedenfallsaber war die Stelle, wo die Mosel sich in den Rhein ergießt, derwichtigste Punkt der Landesverteidigung gegen die Germanen,in religiöser Beziehung von ähnlicher Bedeutung, wie der durchdie ara gekennzeichnete Platz des Zusammenflusses von Rhoneund Saone. Es ist also der bärtige Kopf auf dem Altar der Megaleder Kopf eines erschlagenen Germanen, den der Häuptling derTreverer der Göttin von Pessinus gewidmet hat. Selbstverständ-lich war dieser Germane von vornehmem Stand, den die Stirn-binde anzeigt. Diese Binde wird als Zeichen des Häuptlingsgedeutet bei zwei Barbarenstatuen des Konservatorenpalastesin Rom (Helbig, Führer 2 , 554 f. (fehlt in der 3. Aufl.); S. Rei-nach, repert. d. 1. stat. I, p. 517; H. Lamer, Röm. Kultur imBilde, Leipz. 1910, S. 48). Bei Darstellungen von Germanen istdieses Haarband beschrieben von K. Schumacher (Verzeichnisder ... Germanendarstell., Mainz 1910, no. 17, S. 29): ,Dassorgfältig in gleich breite Striemen geteilte, nicht besonderslange Haupthaar ist durch einen Reifen oder ein Band zu-sammengehalten’, ähnlich über das Haarband eines Germanenauf einem Cameo in Belgrad (a. a. O. no. 4, S. 17). Einen breiten