Während der kurzen Zeit, da Friedrich Iis. Kurfürst war, 1688bis l70l, lunrden drei benachbarte Zwesten, mit denen er in freund-schaftlichem Einvernehme» stand, zu Hähern Würden befördert.
Zuerst, schvn 1689, wurde der Prinz vvn Oranien, der Statt-halter van Hvlland, König vvn England; dann, 1692, der Schwieger-vater des Kurfürsten, Herzvg Ernst August vvn Hannaver, zum Kur-fürsten dieses Landes erhaben, und endlich, 1697, der Kurfürst Augustvan Sachsen zum -König van Palen erwählt.
An zwei van diesen Erhebungen hatte Friedrich III. bedeutendenAntheil; denn der König van England und der Kurfürst van Han-naver verdankten seiner Unterstützung viel.
Schau 1690 entstand in Palen das Gerücht, das; der Kurfürstnach der Känigskrvne strebe. Weit mehr als irgend einen andern fremdenStaat ging Palen die Sache an. Denn da die Verfassung desdeutschen Reiches nicht zulief;, das; innerhalb desselben ein Königreicherrichtet würde (im deutschen Reiche waren nächst dem Kaiser dieKurfürsten die obersten Machthaber, und einen König neben dein Kaiserkannte es um der Verfassung willen gar nicht geben), sa war dieeinzige Art, wie die Erhebung des Kurfürsten zum Könige möglichschien, diese: Das Herzagthum Preußen in ein Königreich umzu-wandeln; denn van allen Besitzungen des Kurfürsten gehörte nurdieses Land nicht zum Verbände des deutschen Reiches.
Um des Hcrzvgthums Preußen willen stand aber Friedrich III.mit dem Königreich Palen in innigster Verbindung. Früher war derpreußische Herzvg Vasall des Königs vvn Palen; erst der Graste Kur-fürst hatte die Vasallenschaft abgestreift. Seitdem bestand ein Erb-vertrag zwischen beiden Staaten. Zudem erinnerte der Titel „Herzogvan Preußen" fortwährend an die frühere Lehnsabhängigkeit; mit demköniglichen Titel wurde die Erinnerung daran ganz verwischt.
Genug, in Palen, wv man bei dieser Angelegenheit besondersinteressirt war, machte schon 1690 das Gerücht vvn den Bestrebungendes Kurfürsten die Runde.
Unstreitig wurde schvn um diese Zeit darüber verhandelt, nämlicham Wiener Hase. Denn nach den damaligen Vorstellungen bedurfteder Kurfürst für seine Zwecke der Anerkennung des Kaisers; aber die