Von dem heiligen Nliuno.
2Z7
§. VI.
Bey denen Heyden in Thüringen war damahls noch im Gebrauch,als wie ehemabls bey denen Israeliten, daß ein Bruder des verstorbenennachgelassene Wittweheyrarhen mußte; und dieses hatte derHertzogQox-benus auch gethan, welcher seines verstorbenen Bruders Frau zur Che ge-nommen hatte. Weilen nun dieses denen Christlichen Gesetzen entgegenlieff, so erinnerte dieses zwar klimme anfänglich bey Qvcherro nicht; als eraber nun würcklich die Tauffe empfangen hatte, so nahm er die Gelegen-heitin acht, und redete ihn also an: Mein geliebter Sohn Qv^dei-te, dubist nun ein Christ, und in allen GOtt gefallig, wofern du nur noch eineSache thust, die du allerdings thun mußt, nemlich dein jetziges Weib vondir zu lasten, denn es geziemet sich nicht, daß du deines Bruders Weib zurEhe habest. Uber diese Rede erstaunete Oo/benus hefftig, und sprach zuXiiiano : Du verkündigst und sagest mir schwerere Dinge, als zuvor. Eskam ihm dahero sehr hart an sein Weib, welches hieß, von sich zulassen, weil er sie sehr liebete. Als nun s. xümn ihme weitere Vorstellungthat, so gab er ihm hierauf zur Antwort: Jetzt habe ich nicht Zeit der Sa-che weiter nachzudrucken, denn ich stehe vermählen im Begriff gegen dieFeinde des Landes zu Felde zu ziehen; wann ich aber wieder von dar wer-de zurück gekommen seyn, so will ich mich bey gelegener Zeit von ihr schei-den lassen.
§. vii.
Als Qnii-MA des Hertzogs Lochei-t- Gemahlin, dieses erfuhr, ward sie,wie leicht zu erachten, oarob sehr erzürnet, weil sie noch eine Heydin war,und suchte dahero Gelegenheit, wie sie kM.-mmn und seine Gesellen heim-lich aus dem Wege räumen mögte. Diese fand sich nun bald. Ihr Ge-mahl, der Hertzag LoWermz. war nicht zu Hause, sondern befand sich in- und wie sie nun heimlich ein Werckzeug zu ihren Vorhaben auf-suchte, so fanden sie oeren zwey, die sich erboren, vor eine gute Verehrungkliwium in jene Welt zu schicken. Wie nun Qailann diesen leichtfertigenPutschen eine gute Belohnung versprach, so suchten diese nun eine beqveme
Gg z Gele-
„und was dieser Seiten des Rheins lieget, in ihrem heidnischen Aberglauben ge-„ blieben.,, Wo waren dann mm die vom Pfefferkorn so hochgepriesene Christliche Ge-meinden vor der Zeit des heiligen Lomkwü, welche mit Auflegung der Hände sichPriester erwählet?