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Buch 2, Theil 2 (1738)
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9O0 Klasse IV. Aap. XIX.

nem Tode dieses Hertzogliche Hauß. Quoi. fem Vater hatte keine Prin-keßin dieses Nahmens, und die er gehabt, davon weiß man gar zu wohl, anwem sie vermählet worden. Es müßte auch nach Hoens Vorgeben folgen,der Vater und der Sohn hätten zwey Schwestern gehabt, welches wohlschwerlich würde erlaubet worden seyn. Es bleibet demnach ungewiß, auswas vor einem Hause diese gewesen. Dieses aber ist gewiß, daß sieaus thörichter Liebe gegen ^ibei-tum puicki-mn, Burggrafen zu Nürnberg,ihre zwey Kinder getödtet. Sie regäirte nach ihres Mannes Tode zuMassenburg, war noch eine junge und galante Wittwe, und hatte sich inersagten Burggrafen sehr verliebt. Sie mogte nun durch Unterhändlerihm ihre Liebe entdecket, er aber darzu gesaget haben:

Der Frau von OrlamündSchaden vier Augen und zwey Kind.

Wordurch er ihr zu verstehen geben wollen, er mögte sie, wegen ih-rer zwey Kinder, nicht zur Gemahlin haben. Auf diese Nachricht wurdesie aus unbesonnener thörichter Liebe verblendet, daß sie sich vornahm ihrenoch nicht zwey Jahr alt gewesene Kinder aus dem Wege zu räumen unddieselbe ums Leben zu bringen. Damit aber diese böse That nicht mögtekundbar gemacht werden, so durchstach sie beyder Kinder Wirbel auf demHaupte mit einer starcken Nadel, und brachte also dieselbe vom Leben zumTode. Dieses gottlose Beginnen von einer leiblichen Mutter, so heimliches auch war praüiciret worden, wurde es doch offenbar, und die unglück-seelige Gräfin ward, an statt in ein angenehmes Ehe-Bette bey dem Gra-fen zu gelangen, in ein Gefängnis auf Lebenslang eingeschlossen. Die un-schuldig ermordete Kindlein sind in das Closter Himmels Cron begrabenworden, und beyderCörper sollen noch heutiges Tages, wie Li-uklnus schrei-bet,unverweset zu sehen seyn. Es ist demnach falsch und ungegründet,wannLrutcliiuz und aus ihm Friederich (d) vorgibt, diese leichtfertige Thatwäre von Grafens Ottonjz i. Gemahlin, öecm-ic-e, einer gebohrnen Printzes-sinvon Meran ausgrübet worden, welches aus dieser Ursache nicht seyn kan,alldieweilen Otto i. ^nno 128z. verstorben, und da wurde diese öe-iti-jx zurWittwe; xulcker hingegen gieng Anno iz6l. den Weg alles Flei-

sches. Wer nun ein wenig nachrechnen und der Sache nachsinnen will, der-selbe wird befinden,daß die Gräfin ziemlich alt, und gar nicht mehr jung könne

ge-

(b) Im Uralten Grafen-Saal, 9.37z.