I. Gemeinsamer Stamm.
1. An den Geschlechtsnamen Zeller knüpft sich die Legende, dessenerster sicher bekannter Träger, Conrad Zeller, habe diesen Namen inWürttemberg deshalb erhalten, weil er aus Martinszell einwanderte;der Familiennamen sei ihm also, abgeleitet von seinem Heimatsort, erteiltworden. Dies ist jedoch nicht richtig. Conrad Zelter stammt allerdingsaus Martinszell im Allgäu, seinen Familiennamen hat er aber nicht inWürttemberg erhalten, sondern dorthin mitgebracht. Es geht dies schondaraus heror, daß Anfangs des 16. Jahrhunderts Familiennamen längstallgemein waren, dann aber auch daraus, daß zu dieser Zeit der Namen;',cller in Martinszell, wie im Allgäu überhaupt, schon vorkam, auch heutenoch dort verbreitet ist und bis zum Jahre 1669 rückwärts in den Matrikenverfolgt werden kann. Altere Matriken von Martinszell bestehen aller-dings leider nicht mehr, da sie, nach amtlicher Angabe, im Bauernkriegeund den späteren Kriegszeiten zu Grunde gingen. Dagegen erhielt ichvon Herrn Stadtpfarrer Nieber aus Jsny Abschrift einer Urkunde ausdem Besitz des dortigen Spitals, welche den Beweis für die Ansässigkeiteiner Familie Zeller in Martinszell schon ao. 1493 liefert. Der Textdieser Urkunde ist:
„1493 vsf mentag nächst vor saut Jacobs des mercn Apposteln tag.Casper Elyas zum Verlaß in misser sMissen bei Jmmcnstadt in Bayern)Pfarr urkundct daß er dem erbarm petter Rieppen genannt strub, Burgerzu yssni um 3 N. cl. verkauft habe 5 s. c>. ablösigen Jahrzins aus sineinHof und Gut zum Verlaß, ledig n. eigen, nur daß Hansscn Zeller zuMartinszell 12 s. cl. u. Buschin zum Wilhalms 15 s. cl. Jahrzins zuvordaraus gebet. Sicgler Petter Eschlisperg, Stattammann zu yssni."
Daß nun dieser Hans Zeller Conrads Vater gewesen, will nichtbehauptet werden; jedenfalls ist aber durch diese Urkunde das Besteheneiner Familie Zeller in Martinszell vor 1493 bewiesen und es ist sehr
Stammbaum der Familie Zeller. 1