aller Sorgfalt daraus bedacht sein soll, solche Männer inVorschlag zu bringen, ivelche mit ihrem erbaulichen, un-sträflichen Wandel, mit fleißiger Vesnchnng des öffentlichenGottesdienstes andern ein helilcnchtendes Exempcl zu gebengcflissen sind. Auch andern Unordnungen wurde ein Endegemacht. Es kam in dieser Zeit in Svnnborn, wie auchan andern Orten in der Umgegend vor, daß Leute ihreverstorbenen minderjährigen Kinder „zur Verkürzung desPredigers und Schulmeisters und der Armen des Abendsin der Stille beisetzen ließen, ohne sich zuvor gehörigenOrts gemeldet zu haben." Tem Totengräber wird befohlen„daß er keine Schippe zur Verfertigung eines Grabes ansden Kirchhof bringen soll, bevvrab daß ihm von PredigersHand ei» Schein gebracht werde, daß dem Prediger, demSchulmeister und den Armen ihre furo, gebührlich abge-tragen worden."
Daß man ans diese Weise darauf bedacht war, nament-lich die Rechte der Arme» zu wahren, war nicht mirPflicht des Konsistoriums, es hatte seinen Grund auch inder bedrängten Lage, in welcher die Gemeinde sich damalsbefand. In Pastor Olpes Amtszeit fallen die Kriege,ivelche Friedrich der Große mir Osterreich und dessen Ver-bündeten um de» Besitz Schlesiens führte. Dabei wurdedenn auch das bergische Land durch Truppen-Durchzügeund Kriegs Kontributionen stark in Mitleidenschaft gezogen.Mehr als einmal mußte zu Sonnborn den Pächtern derKirchengüter ei» ansehnlicher Teil der Pachlsnmme nachge-lassen werden, weil sie wegen der hohen K'ricgsstencrn außerStande waren, ihren Verpflichtungen nachzukommen.
Dazu kam noch ein anderer Unfall. Am 28. April1711 brachen Diebe in die Chorkammer, beraubten denArmenstvck und stahlen aus der Kirchentiste den silbernenAbendmahlskelch. Von dem Geraubten scheint man nichtswiedererhalten zu haben. Um das Ungemach voll zu