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durchgeführten Reformation des kirchlichen Bekenntnisses inder Gemeinde zn Sonnborn war, darüber fehlen uns ge-nauere Nachrichten. Herzog Wilhelm, der persönlich,wenigstens im Anfang seiner Regierung, dein Protestantis-» mns gegenüber keine feindliche Stellung einnahm, aber nie
ganz mit dem Katholizismus zu brechen wagte, wird dieBewegung geduldet haben, da er einsehen mochte, daß dieAnwendung von Gewaltmaßregeln, zn der er nach dem mitdein Kaiser abgeschlossenen Vertrage eigentlich verpflichtetgewesen wäre, nicht zum Ziele führen würden. So hatdenn Weimer in seiner stillen Weise, ohne gerade ein Bahn-brecher zu sein, das Amt eines evangelischen Predigers biszn seinem im Jahre 1569 erfolgten Tode ausüben können.In die erledigte Stelle rückte noch in demselben Jahre oderzn Anfang des folgenden Wilhelm Camerarius ein, derschon zu Lebzeiten Weimer's die Stelle eines Vicars innehatte. Daß dieser im Sinn und Geiste seines Vorgängerswirkte, geht unzweifelhaft ans einer Notiz eines im Beginnseiner Amtszeit errichteten Testamentes der Witwe Katharinevorm Berg, worin diese den Armen zn Sonnborn 109Thlr, vermachte, hervor. In diesem Dokument, das, wiespäter notariell beglaubigt wurde, von Wilhelm Camerariusselbst abgefaßt ist, heißt es nämlich, daß die genannte Witwenach Kundgebung ihres letzten Willens empfangen habe „denwahren Leib und Blut unseres Herrn Jesu Christi", Ansder Spendung des heiligen Abendmahls unter beiderlei Ge-stalt erhellt, daß Camerarius ein Anhänger des evangelischenBekenntnisses gewesen ist. Bedeutungsvolles ist aus seinerAmtszeit nicht zn berichten. Die Reformation schritt unterihm in stiller Weise fort, Jmmermehr verschwinden ansden gottesdienstlichen Feiern die Überreste einer katholischenZeit, Wenn auch noch einzelne katholische Festtage, wiez. B, Maria Krautweihe gefeiert werden, und auch daswohl weniger ans innerer Überzeugung und Zustimmung