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Geschichte der Freien Reichsherrschaft Schauen, eines der allerkleinsten Gebiete im alten deutschen Reich ; nebst fast ausschließlich archivalischen Quellen
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Der siebente Reichsfreihcrr Ferdinand Grote 1779—1395.

lassen werde. Würde das geschehen, so werde cr's nicht leiden.Darauf ging er zu einein der Gemeindevorsteher und veranlasstediesen, die Gemeinde zusammenzuberufen, der er erklärte, da er dieRechte verstehe, könne er ihr nur rathen sich einem etwaigen Bc-gräbniß auf dem Kirchhof zu widersetzen. Damit war die Gemeindeeinverstanden. In der That befahl der Reichsfreiherr, den Bedientenam Rand der Kirchhofsmauer zu begraben, ließ jedoch zugleich denGemeindevorsteher kommen, um ihm dies zu melden. Als diesemdie Mittheilung gemacht war, bat er um 24 Stunden Aufschub,um dieselbe auch der Gemeinde bekannt machen zu können. Dabeibediente er sich solcher unehrerbietiger Ausdrücke, daß Ferdinandin Wuth entflammte und ihm in jugendlicher Unbesonnenheit zurief:„Ich werde die Leiche um euch hundsföttischen Bauernflegels nicht24 Stunden länger im Hause behalten, ich will sie auf euremKirchhof begraben lassen und mit der Pistole auf den Kirchhof gehnund den ersten, der sich opponirt, vor den Kopf schießen." Wennnun auch die Worte nicht so ernst gemeint waren, so erregten siedoch natürlich einen großen Sturm in der Gemeinde. Sofort ginges, Kamlah an der Spitze, zum Kirchhof, wo sich bereits Arbeiteranschickten, das Grab zu graben. Da sich unter den Arbeiterneiner befand, der vorher selber die Gemeinde gegen den Reichs-freiherrn mit aufgehetzt hatte, so gab ihm Kamlah eine Ohrfeigeund nannte ihn einen schlechten Kerl. Die Gemeinde aber erklärte,sie würde das Grab hier nicht dulden. So gingen die Arbeiterwieder ab, und der Reichsfreiherr sah sich gezwungen, die Leichein dem herrschaftlichen Garten beisetzen zu lassen.

Voll Zorn machte sich nun der Reichsfreiherr auf nach Berlin,um bei dem König ein Executionscommando gegen die Gemeindezu erwirken, während diese inzwischen in einer Versammlung beschloß,von jetzt an keinen Herrendienst mehr thun zu wollen.

Am 29. Januar suchte der Reichsfreiherr um die Hülfe uachund bereits am 3. Februar wurde sie ihm gewährt mit der Be-dingung, alle Gewaltthätigkeit zu vermeiden.

Am 9. Februar rückten 1 Officicr und 43 Mann von Halber-stadt aus gegen Schauen an. Als die Gemeinde sah, daß esErnst wurde, erklärte sie sich zu den Herrendienstcn wieder bereit,