Die Herren von Schauen und ihre Besitzungen.
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Besitzer des Ortes zu suchen. Während in der allerfrühsten Zeitdie Schauenschen Güter durch den Landcshcrrn vielleicht unmittelbarbcwirthschaftet wurden, wurden dieselben später einem Lehnsmannerblich übergeben, dessen Familie ihren Wohnsitz dauernd inSchauen nahm und sich darum hiernach ihren Namen wählte.Woher die Familie der Herren von Schauen stammte, ist nichtnachzuweisen. Sie tritt in den bis jetzt uns zugänglichen Urkundenzum ersten Mal auf in der ersten Hälfte des 12. Jahr-hunderts. In der Urkunde Nr. 1 des Walkenrieder Urkunden-buchs, welche über mehrfachen Gütcrtausch nach Gründung desKlosters Walkenried berichtet und dem Jahr 1131 zu entstammenscheint, wird unter andern Zeugen die erfolgte Zurückgabe einesLchns seitens des Herzogs Lothar an den Bischof von Halbcrstadtauch Uiobortus cko Loovon genannt. Er wird zugleich alsMinisteriale bezeichnet. Damit ist ausgesprochen, daß dieHerren von Schauen in jener Zeit dem niederen Adel ange-hörten. Denn Ministeralcn standen in einer mehr oder wenigerstarken Abhängigkeit von dem hohen Adel oder der Kirche, in derenDienst sie traten, um als Entgeld dafür irgend ein Lehn zuempfangen. Viele von ihnen rechneten noch nicht einmal zu demnieder» Adel und standen zu ihrem Herrn in einem Verhältnißder Hörigkeit d. h. einer gewissen Unfreiheit. Die angesehenerenMinisterialen, die im stände waren, den Heeresdienst für ihrenHerrn zu Roß zu leisten, bildeten zugleich mit dem Niedern Adeldie Ritterschaft. Der letzten gehörten auch die Herren vonSchauen an, deren Familienglieder vielfach in den Urkunden alsRitter bezeichnet werden.
Wessen Ministerialen die Herren von Schauen zur ZeitNiederts waren, ist aus der genannten Urkunde nicht zu ersehen,da es dort an einer nähern Bezeichnung fehlt. Dem Zusammen-hang nach kann er entweder Ministeriale Herzogs Lothar, nach-maligen deutschen Kaisers, oder Ministeriale des Bischofs vonHalbcrstadt gewesen sein. Da jedoch in einer Urkunde des Walken-rieder Urkundcnbuchs von a. 1200 Herwicus von Schauen aus-drücklich als Ministerial Herzog Heinrichs von Sachsenund Pfalzgraf bei Rhein, ältester Sohn Heinrichs des Löwen,