VI
Vorwort.
Ilmgegend, besonders auf die benachbarte Stadt Gstermieck, derenGeschichte vielfach mit der Schauen'schen Geschichte eng verslochtenist, beschränken wird.
Geschichten des platten Landes giebt es sehr wenige, einmalweil sich bis jetzt nur ganz vereinzelt Bearbeiter von Dorfgeschichtengefunden haben, andrerseits deshalb, weil es an Rtaterial füreine etwas eingehendere Geschichte der einzelnen Dörfer gänzlichfehlt. Und doch kann die Geschichtswissenschaft auf dieDauer auch die Dorfgeschichten nicht entbehren, wennsie ihrer hohen Ausgabe, die thatsächlichen Zustände dereinzelnen Zeitperio den zu schildern, nach allen Richtungenhin gerecht werden will, besonders insoweit es dieKulturgeschichte angeht. Das Bild muß ein unvollständigesbleiben, wenn nicht auch die ländlichen Verhältnisse eingehendberücksichtigt werden, zumal der Dörfer ungleich mehr sind, alsder Städte, und die Dörfer nicht minder wie die Städte ihrenausgeprägten Gharakter an sich tragen.
Bei der Geschichte Schauens liegt der seltene Fall vor, das;sie nicht nur ein für dörfliche Verhältnisse sehr reichhaltigesarchivalisches Uraterial bietet, sondern daß auch die Geschichteselbst eine außerordentlich wechselvolle, mit vielen Streitigkeitendurchzogene gewesen ist, wie es schwerlich unter f0M Dörfern einmalwiederkehrt. — Gerade dadurch aber kommt es, daß wir durchdie Schauen'sche Geschichte einen Ginblick bekommen in die (Lulturzustände des platten Landes, besonders so weit die agrarischen verHältnisse der ersten Jahrhunderte nach der Reformation in Fragekommen, während andrerseits der Theil unserer Geschichte, welcherdie Reichsunmittelbarkeit Schauens behandelt, uns das Bild einesdeutschen Staates en miniuturs vor Augen führt, wie wir es brauchen,um uns immer auf's neue vollbewußt zu werden, daß die staatliehen Duodezgebilde des alten hl. römischen Reichs deutscher Nationsowohl für die Unterthanen als für die Regierenden von sehrzweifelhaften! Iverth waren, für das ganze Reich aber selbst einen