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Herzog Albrecht war auch nicht mlissig gebliehen. Der Mann-schaft. die ihm zu Gebote stand, gab er den Marschall Hermannzum Hauptmann, und schickte sie nach Steiermark, wo er ihnenBruck zur Verteidigung anwies. Am 15. Februar, mitten ineinem kalten, schneereichen Winter begann die Belagerung.Herzog Albrecht wollte zu Hülfe ziehen, musste aber vor Neu-stadt stehen bleiben, da der verschneite Semmering keinen Über-gang gewährte. Dem Marschall kam nun vom Herzog der Auf-trag zu, die Belagerer durch das Versprechen der Übergabeder Stadt oder durch einen Waffenstillstand hinzuhalten, wasihm in der Tat gelang. Albrecht war es unterdessen geglückt,den Semmering, nachdem einige tausend Bauern den Weg ge-bahnt hatten, zu überschreiten. Die Nachricht von seinem An-märsche brachte die Feinde dermassen in Schrecken, dass sie•— es war der erste Fastensonntag, der 3. März — die Fluchtergriffen. Die Bayern waren bis Judenburg gelangt, als sie derMarschall dort in der Nacht überfiel, worauf sie ihre Fluchtfortsetzten. Landenberg aber zog sich nach Knittelfeld zurück,wo er den Stubenberger wusste, der von da aus sein festesSchloss Kapfenberg zu erreichen beabsichtigte. An den Gestadender Mur entspann sich zwischen ihnen ein heftiger Kampf, wo-bei der Marschall, der sich eben noch über die Erfolge seinerLeute gefreut, am linken Bein durch einen Schwertstoss verletztwurde. Aber er ward gerächt. Denn unter dem Stubenbergerrvurde sein Pferd erstochen, so dass er den Kampf zu Fussfortsetzen musste, bis man ihn schliesslich gefangen nahm. Dasgleiche Schicksal erreichte auch andere Grosse. Der Marschallaber soll vor Freude seine Schmerzen vergessen haben, als manihm die Gefangenen vorführte, die ihm nun zur Bewachung über-geben wurden.
Noch aber stand Graf Ulrich von Heunburg ungebeugt da,und gegen ihn schickte Albrecht im April 1293 1 seinen Marschall,der inzwischen nach Österreich zurückgekehrt war, mit 200Mann. Er sollte des Grafen Güter in Kärnthen verwüsten, dannseine Besitzungen im Sanntale in Untersteiermark heimsuchen.Nachdem so die Herrschaft Heunburg aufs Schrecklichste mitBrand und Raub geschädigt worden war, vermittelten Graf
1 Österr. Archiv 25 p. 242.