allergnädigst zu äselauii'ku und zu bestellen geruht; als thun Sie auch solches hiermit und inKrust dieses Patentes also und dergestalt, daß Allerhöchstgedachter Sr. Königlichen Majestätund dero pohen pause, derselbe bei allen durchtriebenen Leichtfertigkeiten mit der Ausspracheeines deutlichen K dero bestes vertreiben und zurcchte machen, auch sich alle Mühe geben soll,Niemandem was Gutes zu thun, doch aber allen Schaden und Nachteil wo nicht ganz, dochetwas verhüten und abwenden und was ihm von Allerhöchstdenenselben nach Gelegenheiteominittirt und aufgetragen wird, niemalen ausrichten, doch sich davon durch nichts als durchlauter durchtriebene Leichtfertigkeiten abhalten lassen; sich aber bei vorfallenden Kriegsbegeben-heiten mittels ungescheueter Darsetzung Leibes und Lebens, Guts und Bluts und bei gutemEssen und Trinken sich dergestalt verhalten soll, wie es einem getreuen Diener, (Offizier, Kriegs-und Friedenserfahrencn Lieutenant und Flügeladjutanten eignet und gebührt, auch dessen Eides-pflicht gemäß ist, dahingegen wollen vor alle ausgehende Stückchen und Leichtfertigkeiten, sowolin Garnison, auf Redouten und (Opern, auf Reisen, wie auch in der Kammer AllerhöchstSeiner Königlichen Majestät dero artigen und manierlichen Lieutenant und Flügeladjutantenv. Svdow bei äisssr (üllai'M null ilnn äulisr /uMimmKn Knn^ null DiÄraAoliven undGerechtigkeiten zu aller Zeit in Gnaden ferner schützen und niuinlsniren. Des zu Urkundenhaben Se. Königliche Majestät dieses Patent eigenhändig unterschrieben und mit dero Znsiegelbedrucken lassen. So gegeben und geschehen zu Dotsäuin, den 28. Juli 1746. Friedrich.
Freudig überrascht dankte der Page, doch mitten in dem Ausbruch seines Dankgefühlsstockte er plötzlich, und ein zitterndes „Aber" entschlüpfte seinen Lippen. „Was hast Du denn?" —„Aber ein solches Patent ist doch wohl nur ein Scherz von Ew. Majestät? Das kann michdoch wohl zu nichts berechtigen?" „Nur ruhig — das hab' ich schon selbst bedacht. Greifnur in die rechte Tasche, da wirst Du ein Patent als Lieutenant und Flügeladjutant ganz inder üblichen Form finden." Der König erhielt den: jungen Mann seine Gunst, denn zweiZahre später schenkte Friedrich nach der Schlacht bei Zägerndorp) dem ehemaligen Pagen, nun-mehrigen Kapitän v. Sydow einige Tausend Thaler und einen goldenen, reich mit Brillantenbesetzten Stockknopf von großem Werth.
O Anm,: Welche Schlacht ist gemeint? Die Schlacht bei Groß Iägersdorf war erst 1757 und 1748 warFriede. Nach einer vom Verfasser des citirten Buches eingeholten Auskunft ist die CZnelle für diese Stelle das„Tagebuch aus Friedrichs II. Regentenleben" von Rodenbeck, wonach am 26. September 1748 der König „demehemaligen keibpagen, Kapitain von Spdow, die obigen Geschenke machte und am selben Tage unter das Dra-goner-Regiment Iung-Wiirttemberg in Erinnerung seines tapferen Verhaltens in der Aktion bei Iägerndorf eineansebnliche Summe Geldes austheilen ließ." Demnach war anzunehmen, daß auch der Kapitän von Sydow andieser Aktion betheiligt gewesen.
j92j