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2 (1890)
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Anlage 46. (Seite 231.)

Allerdurchlauchtigster Großmächtigster König!

Allergnädigster König und Herr!

Euer Majestät allgemein bekannte Huld und Gnade, mit der Sieeinen jeden Ihrer Unterthanen, insbesondere aber jeden Ihrer treu erge-benen Krieger zu beglücken geruhen, macht mich so kühn, zu den FüßenAllerhöchst Dero Thrones, meine unterthänigste Bitte niederzulegen.

Ich habe zu Königsberg i. Pr. eine alte 62 jährige Mutter, dieverwittwete Regina Kalau v. Hofen, welche durch Kummer undGram gebeugt, den letzten Tagen ihres Lebens entgegensieht.Als ihr einzig übrig gebliebener Sohn, unterstütze ich sie nebstden bei ihr sich befindlichen zwei Schwestern von meinem Trakta-mente; doch bei der täglichen Abnahme ihrer Kräfte und meinergroßen Unmöglichkeit, ist. mein Zuschuß kaum hinreichend, sie demgroßen Mangel zu entreißen. Jhro Majestät die HochseligeKönigin hatte die Allerhöchste Gnade, schon im Jahre 1809 meinerMutter das Hohe Versprechen zu ertheilen, daß sie in einem zuKönigsberg befindlichen Königlichen Stifte eine Aufnahme erhaltensollte, welches aber nach Höchst Ihrem Tode nicht geschehen ist.

Geruhen Ew. Majestät sich dieser verlassenen Wittwe anzunehmenund ihr trübes Schicksal durch die Allerhöchste Ertheilung einer Stelle beider soebend entstandenen Vakanz im St. Marien-Kloster zu Königsbergzu mildern. Zu Ew. Majestät Füßen lege ich meiner Mutter traurigesLoos und flehe hoffnungsvoll zu Ew. Majestät bekannten Großmuth umRettung und Hilfe.

In tiefster Devotion ersterbe ich als unterthänigster treu ge-horsamster Knecht

Berlin, den 16. Julh 1813.

Kalau von Hofen,Lieutenant im 1. Ostpr. Infanterie-Regiment,gegenwärtig beim Reserve-Bataillon genanntenRegiments kommandirt.