Druckschrift 
2 (1890)
Entstehung
Seite
321
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das ihnen anvertraute Gut nach ihrem besten Wissen und Können zu Hiltengewillt sind, werden dennoch erfahrungsmäßig in Folge geringerer Fach-kenntniß der betreffenden Herren historische Alterthümer, oft von unschätz-barem Werth, häufig mit wenig ausreichender Sorgfalt behandelt, könnenes auch nicht bei den meistens obwaltenden lokalen Verhältnissen. Beispielegenug wären leicht beizubringen: Das Entfernen der Rüstung aus derKirche zu Arnnu im Jahre 1348 ist allein schon genug Beweis für unsereBehauptung, ganz abgesehen davon, daß Stahlwaffen, denen nicht die sorg-fältigste Pflege gewidmet wird, ganz naturgemäß in feuchten Räumen vomRost zerfreffen werden, vor dem verderbenden Zahn der Zeit wenig geschütztsind. Von den Besuchern einer einfachen Landkirche kann angenommenwerden, daß Alterthümer der Art ihnen zumeist keine andere Bedeutunghaben, als die bloßer Kuriositäten, denen sie anfangs wohl mit einigemInteresse, später aber, durch die Gewohnheit des sonntäglichen Sehens ab-gestumpft, vollständig gleichgültig gegenüberstehen: für sie sind diese Dingenichts als ein alter Küraß und ein altes Schwert, an dem sie theilnahmlosvorübergehen, ohne auch nur irgendwie des ehemaligen Trägers dieserWaffen zu gedenken, der ihnen ja auch unbekannt ist. Für das Andenkenan denselben ist in der Kirche eine gut ausgestattete Erinnerungstafelvielleicht viel wirksamer, als die Rüstung selbst, zumal wenn sie der That-sache Erwähnung thut, daß mau dort befindlich gewesene Schätze fiirwerthvoll genug gehalten hat, sie in die Königliche Kunstakademie nachKönigsberg zu bringen. Sicherlich aber ist es außerdem dem ruhmvollenAndenken des Ahnherrn der Familie Kakau v. Hofe förderlicher, wenn derEhrenschmuck desselben im Original selbst an hervorragender Stelle ineinem der Kunst gewidmeten Gebäude aufgestellt wird, wo er von Vielengesehen werden kann, besonders aber von solchen, die den Werth desselbenin vollem Maße zu schätzen wissen.

Ew. Hochwohlgeboren haben sich bei Ihrer Anwesenheit in Königsbergüberzeugt, daß die Rüstung hier bei uns gut gehütet wird. Wir versprechen,dasselbe auch ferner zu thun, indem wir gleichzeitig die Bitte hinzufügen,Ew. Hochwohlgeboren und die hochgeehrte Familie Kalau v. Hofe mögeuns gestatten, die zu besserer Conservirung genannter Rüstung wöchigenReinigungs- und RestaurationSarbeiten auf unsere Kosten vornehmen zulassen. Vor 14 Tagen ohngefähr ist die Rüstung von dem besten Kennernlterthümlicher Waffen in unserer Provinz, Herrn Blell-Tüngen, auf unsereBitte in Augenschein genommen worden. Herr Blell erklärt sie für sehrwerthvoll und gut erhalten, ist aber, wie wir, der Ansicht, daß es zu bessererConservirung derselben nothwendig sei, mit der Rüstung eine sorgfältigeReinigung von sachverständiger Hand vornehmen zu lassen. Er hat sichauf unsere Bitte bereit erklärt, dieses durch seinen Waffenmeister, einen in

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