treulich hegten und pflegten, gemildert. Im Verein mit ihnen wares ihm beschieden, seinen Lebensabend in häuslicher Behaglichkeit undfriedlicher Ruhe zu verbringen. Bei seiner Durchfahrt durch Glogau,einige Monate vor dem Tode Wilhelms fühlte Verfasser sich gedrungen,dem alten Vetter einen Besuch abzustatten. Höchst erfreut hierdurchäußerte der Greis im Laufe der Unterhaltung: „Ich fühle mich geistigund körperlich noch so frisch, daß ich weit entfernt bin, an das Sterbenzu denken." Aber der Mensch denkt, Gott lenkt. Nach des EwigenRathschluß trat bald darauf der Tod des Hochbejahrten ein. Ohnevorher von einem körperlichen Leiden befallen zu werden, entschliefWilhelm sanft und ruhig im 8!. Jahre seines Lebens am Morgendes 15. Juli t886 zu Glogau.
Der Heimgegangene war ein Mann von offenem, ehrenwertstemCharakter, der stets mit treuer Liebe und Hingebung für das Wohlder Seinen gesorgt, und der lebenslang als helfender Freund undBerather für seine Mitmenschen gewirkt hat. Sein Tod wird mitRecht von seiner Familie als der eines ihrer Edelsten betrauert. —Am 19. Juli erfolgte seine Beerdigung auf dem Kirchhofe zu Glogau.Die ungemein große Betheiligung'") an derselben legte Zeugniß abvon der Liebe und Verehrung, die der Verstorbene sich bei.seinenMitmenschen erworben hatte. Auch die große Landesloge zu Berlinsah sich veranlaßt, zu seinem Gedächtniß eine Trauerloge abzuhaltenund eine vierwöchige Trauer im Distrikt der schleichen und posenschenLogen anzuordnen.
*) Nach brieflicher Mittheilung seines Sohnes Ludwig an den Verfasser.