Druckschrift 
2 (1890)
Entstehung
Seite
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Der Entschlafene besaß neben seinem vorzüglichen Charakter eineganz besondere Herzensgüte und eine vertrauenerweckende Biederkeit.

Im klebrigen war er kein großer Kanzelredner, aber seine un-erschöpfliche Glaubensstärke gab seinem gesegneten Wirken eine außer-ordentliche Tragweite. Seine in allen Lebensverhältnissen bewährteEinfachheit und Aufrichtigkeit gewann ihm die Herzen seiner Gemeinde-mitglieder.

Was sein Familienleben betrifft, so lebte er als sparsamer Haus-halter, hielt keinen großen Verkehr und fühlte sich am glücklichsten imKreise seiner Familie, die er mit allen Fibern seines Herzens liebte.

Auch Verfasser hat in seiner Jugend Gelegenheit gehabt, diesenvortrefflichen braven Mann persönlich kennen zu lernen, und heute,nach Verlauf eines halben Jahrhunderts, ist es ihm vergönnt, dembereits Entschlafenen ein Denkmal ehrender Erinnerung zu setzen.

Als ein nachahmungswürdiges Mitglied der Familie ist derVerstorbene zur ewigen Ruhe eingegangen.

Nachkommenschaft des Pfarrers Friedrich K. v. B. undder Amalie Schmidt.

XV Generation.

l Friedrich Äugnlt, geboren den 3. August 1821 zu Norkitten,erhielt seine Bildung auf dem Gymnasium zu Gumbinnen, bezog danndie Universität zu Königsberg und studirte die Rechtswissenschaften.

Am 25. Januar 1854 zum Gerichtsassessor befördert und alssolcher dem Stadtgericht zu Jnsterburg überwiesen, schied er nach7jähriger Thätigkeit aus dem Justizdienste und trat zur Advokaturüber. Seit dem 23. Januar 1861 amtirte er bis zu seinem Aus-scheiden als Rechtsanwalt und Notar beim Kreisgericht zu Lötzen.

Sein leidender Gesundheitszustand, ein Rückenmarksleiden, veran-laßte ihn, die Entlassung aus seinen Aemtern zu erbitten, die ihni auch amt. Oktober 1889 gewährt wurde.

Bezüglich seiner Familienverhältnisse ist zu erwähnen, daß