— 294 —
IV. Seitenlinie.
Der Stammvater dieser Linie ist Friedrich, jüngster Sohn desPfarrers Ernst Ludwig K. v, H. zu Szittkehmen und der LouiseSalome Kempfer.
Friedrich wurde am 11. Februar 1795 zu Heydekrug, einemkleinen Dorfe Litthauens geboren, woselbst sein Vater als Geistlichereine stille, aber segensreiche Thätigkeit entfaltete. Hier in dem schlichtenElternhause entwickelte sich der tiefe Gemüthssinn, der Friedrich dasganze Leben hindurch innewohnte.
Im Elternhause erhielt er seinen ersten Unterricht und kam dannspäter zu seiner weiteren wissenschaftlichen Ausbildung in das Col-legium Fridericianum zu Königsberg, von wo er die Albertina bezog,um Theologie zu studiren. Nach Beendigung seiner Studien und nachAblegung der Predigtamtsprüfung erhielt er im Jahre 1819 diePräcentorstelle in Norkitten. Daselbst wirkte er mehrere Jahre alsLehrer der Schule und erzielte günstige Erfolge. Von dieser Stellungentbunden, wurde er als Pfarrer der Gemeinde von Jschdaggen be-rufen, woselbst er bis zu seinem Tode mit Liebe und Hingebung seinesAmtes gewaltet hat.")
Schon als Präcentor trat er in den Ehestand und vermähltesich mit Amalie, Tochter des Kaufmanns Schmidt. — Mit derselbenlebte er 4V Jahre in glücklicher Ehe. Sie starb am 12. Dezember1860. Ihr Heimgang wurde von den Hinterbliebenen schmerzlichempfunden, denn sie war eine vortreffliche Ehefrau, eine liebreicheMutter und eine wahre Helferin der Nothleidenden und Armen.
Nur 9 Monate überlebte Friedrich seine Gattin; er segnete dasZeitliche am 3. September 1861 und hinterließ vier Söhne und dreiTöchter.
*) Er nannte sich Kalau.