Druckschrift 
2 (1890)
Entstehung
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Regiment genügt. Der Einfluß einer solchen Erziehung bewährtesich später auf das Glänzendste. Von Kischken ging Herrinann imJahre 1840 als Wirthschaftsinspektor zu Herrn v, Sanden nachTusseinen, woselbst er ein Jahr verblieb. Im nächsten Jahre, 1841,siedelte er nach Schlesien über und bewirthschaftete Hinzendorf undKursdorf, Güter, welche seinem Onkel Wilhelm v. Hoven gehörten.Im Jahre 1844 nahm Hermann das letztere in Pacht und begründetedaselbst einige Jahre später seinen eigenen Herd. Durch Umsichtund große Thätigkeit erzielte er bei der Bewirthschaftnng von KnrsdorfErträge, wie sie dort vorher nie erreicht worden waren") Am6. Juli 1847 vermählte er sich mit Pauline (geb. 1. Mai 18?5),Tochter des Königlichen Amtsraths Ouoos, mit der er über 34 Jahrein glücklicher Ehe gelebt hat. Zehn Jahre nach seiner Verheirathnng,1857, erwarb er durch Kauf das im Fraustadter Kreise gelegeneRittergut Mittel-Röhrsdorf."")

Als Eigenthümer dieser herrlichen Besitzung entwickelte Hermanneine rastlose Thätigkeit in dem Bemühen, aus Röhrsdorf ein Eldoradozu schaffen. Leider hatte er am 14. Juli 1857 das Unglück, bei Regu-lirung einer Dreschmaschine durch dieselbe eine Verstümmelung derrechten Hand""") zu erleiden. Die Verletzung war eine lebensgefähr-liche, und ihre Heilung erfolgte erst nach langer Zeit durch den Ge-brauch der Teplitzer Thermen. Ununterbrochen. Jahr aus, Jahr ein,kultivirte und meliorirte er Aecker und Wiesen, legte mit großen KostenDrainagen an, erwarb landwirthschaftliche Maschinen, darunter aucheine sehr gute Locomobile, und verbesserte den Viehstand, wobeier aber mit Luxuspferden keinen Staat trieb. Auf seinem Wirth-schaftshofe und in seinen Ställen herrschte eine musterhafte Ordnung.Hermann ließ sich nicht nur die Cultivirnng des Ackers angelegen sein,sondern richtete auch sein Augenmerk auf die Instandhaltung resp. Ver-

Nach Angabc seines Onkels Majors Wilhelm v. Hoven.

**) Röhrsdorf gehörte vorher dem Amtsrath Ouoos. Hermann erstanddas Gut von seiner Schwiegermutter.

***) Die verstümmelte Hand, die stets mit einem Handschuh geschützt werdenmußte, versagte anfangs jeden Gebrauch. Erst nach vielen Jahren vermochte ermit derselben mühsam zu schreiben.