Druckschrift 
2 (1890)
Entstehung
Seite
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18jähriger Dauer, Philipp besaß kein Vermögen, befand sich jedoch inFolge seiner Verheirathung in einer mohlsituirten Lage. Im Allge-meinen trieb er keinen großen Aufwand, lebte gut, aber sehr einfach.Sowohl er wie seine Gattin fanden kein Wohlgefallen an großen Gesell-schaften und Festlichkeiten. Sein geselliger Verkehr beschränkte sich aufkleine, auserwählte Kreise. Während seines Aufenthaltes in Berlin ver-kehrte er nur mit einigen ihm nahe befreundeten Militairfamilien undmit Männern der Literatur, Kunst und Wissenschaft. Seine wissen-schaftlich und musikalisch gebildete Gattin nahm an diesen Unterhal-tungen den regsten Antheil.

Kein Desccndcnt hat ein solch großes Interesse für die aus-gebreitete Familie Kalau vom Hofe gezeigt, wie Philipp. Er gehörte zuden Wenigen, die über den Ursprung und die Verbreitung des Geschlechtesiuformirt waren, und bekundete seine Zugehörigkeit zur Familie da-durch, daß er den alten NamenKalau" niemals abgelegt, sonderndenselben bis zu seinem Tode geführt hat. Auch bezeugte er einepietätvolle verwandtschaftliche Anhänglichkeit für alle diejenigen, dieseinen Namen trugen.

Heute, nach Verlauf fast eines halben Jahrhunderts, erinnert sichVerfasser noch mit dankerfülltem Herzen der freundlichen und liebe-vollen Aufnahme, die ihm im Hause des damaligen Hauptmannes imKriegsministerium zu Theil geworden ist. In den Jahren 1338 und1839 wurde Verfasser als Fähnrich und sein Bruder Franz als Cadettan Sonn- und Festtagen von dem liebenswürdigen Geschlechtsonkelzum Mittagessen eingeladen. Stets als Familienangehörige herzlichstempfangen und aufgenommen, verlebten wir Brüder in dem gastfreund-lichen Hause viele angenehme Stunden.

Nachdem Philipp als verabschiedeter Major seinen Einzug iu dasJnvalidenhaus gehalten hatte, begann für ihn eine Zeit der schwerstenPrüfung. Ununterbrochene Krankheiten trübten die Freuden seines sonstso glücklichen ehelichen Lebens. Zuvörderst stellte sich bei ihm, nebendem alten Nervenleiden, eine Rückcnmarkskrankheit ein, die unaufhalt-sam fortschritt und jede Hoffnung auf Genesung ausschloß. Dannerkrankte auch seine geliebte Gattin, die sich bis dahin der besten Ge-sundheit zu erfreuen gehabt hatte. Ihre Krankheit wurde ärztlicher-II. 12