Druckschrift 
2 (1890)
Entstehung
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starben in jugendlichem Alter. Regina starb in der Blüthe ihrer Jahream 8. Oktober 1681. Sie hinterließ dem Gatten 8 unerzogene Kinder,von denen das jüngste erst 3 Jahre alt war. Man kann der Hin-geschiedenen die Anerkennung nicht versagen, daß sie für das Wohlihres Stiefsohnes Fabian dasselbe Interesse, die gleiche Liebe und Für-sorge wie für das ihrer eigenen Kinder bewahrt hat. Ihr Hinscheidenrief allgemeine Theilnahme hervor; selbst der Rektor der Universitäterließ eine Aufforderung iu lateinischer Sprache an die studirendeJugend, sich an dem Leichenbegängniß der allgemein verehrten Frau zubetheiligen.'")

Kurze Zeit nach dem Heimgange seiner zweiten Gattin vermähltesich Fabian im Juli 1682 mit Maria Elisabeth Stewelin.'^) Ueberihre Herkunft hat Näheres nicht ermittelt werden können; jedenfallswar sie eine vaterlose Waise, da Jagdrath vr. Jacob Zetzke als ihrBormund in den Familiennachrichten genannt wird. Marie Elisabethivar eine Frau mit klarem Verstände und durchgreifender Willenskraft,die jedoch unter Umständen nicht ohne einen Zug herber Strengegeblieben zu sein scheint. Trotz ihrer geistigen Begabung war sie inBezug auf ihren erheiratheten adligen Namen sehr eingenommen undverrieth hierin einen besonderen Hochmuth und Stolz, ganz im Gegen-satz zu der Gesinnung ihres Mannes. Nur in einer Hinsicht sympa-thisirte sie mit ihrem Gatten, wenn es nämlich zu repräsentiren und einengewissen Aufwand zn entfalten galt.-") Bei der charakteristischen Eigen-thümlichkeit Elisabeths war es auch natürlich, daß Fabian bei seinemschwachen und gutmüthigen Charakter sich derselben, die mit ener-gischer Hand die Zügel hielt, in allen Dingen unterordnete. Aber trotzaller Nachgiebigkeit hatte er manche Widerwärtigkeiten zu ertragen,veranlaßt durch die Stellung der Mutter zu ihren Stiefsöhnen,namentlich zu den beiden ältesten Söhnen erster und zweiter Ehe,Fabian und Johann Friedrich, die sie mit großer Härte behandelte.Ueberhaupt zeigte sie vornehmlich gegen diese beiden Söhne eine großeAbneigung und bevorzugte stets die Töchter. In Folge dieser lieb-

*) Wallenrodt'sche Bibliothek.

Familiennnchrichten von Fabian und Bernhard K. v. H.