Druckschrift 
2 (1890)
Entstehung
Seite
6
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Thatsache, die hinlänglich beweist, daß Fabian Kalau sich des größtenVertrauens seines Landesherrn zu erfreuen gehabt hat.

Professor Roelingen sagt von ihm in dieser Beziehung!

Die Gaben, die besond're Zier,

Die zogen Dich geehrt Herfür,

Eh' man der Wangen Laub erblicket,

Die haben Dich bald an den Rhein,

Bald an der Wolga Morgen ein,

Bald an den Weser-Strand geschicket;

Da überall Dein Mund und HandIn ihrem schönsten Flore stand."

Und auch die Familiennachrichten bekunden, daß Fabian Kalauviele beschwerliche und weite Reisen im Auftrage seines fürstlichenGebieters hat unternehmen müssen. Der Kurfürst betraute ihn imJahre 1646 mit einer Mission an den König von Polen, 1647 miteinem Auftrage nach den Niederlanden, 1650 sandte er ihn an denHerzog von Pfalz-Neuenburg, der in den vermöge Vergleiches mitBrandenburg von 1647 erhaltenen Ländern Jülich, Berg und Raven-stein die dort gewährte Religionsfreiheit gebrochen hatte und dieProtestanten hart verfolgte. Im Jahre 1655 wurde Fabian Kalauzum König von Polen, Johann Casimir, entsendet; dann folgte eineMission an den König von Schweden, Carl Gustav. In demselbenJahre ging er im Auftrage des Kurfürsten an den Hof des Großfürstenvon Moskau, der in der Nähe der Wolga lagerte. 1656 befand sichFabian Kalau während des Kriegszuges gegen die Polen im Gefolgedes Kurfürsten und war Zeuge des dreitägigen Kampfes bei Warschau.

1658 gab ihm der Kurfürst den Auftrag, beim König von Polendie Vollziehung des Diploms über seine Souveränitätsrechte in Preußenzu bewirken. Der widerspänstige preußische Adel hatte beim polnischenHofe schon dahin zu wirken versucht, daß Johann Casimir das erfor-derliche Diplom nicht vollziehen möge.-) Die diesbezügliche MissionFabian Kalau s wurde jedoch vom besten Erfolge begleitet; er über-brachte dem Kurfürsten am 60. August 1658 das langersehnte Diplom.^)

") Familennachrichten von Fabian und Bernhard K. v. H.

*") Familiennachrichten von Fabian; okr. außerdem Zimmermann.