In Folge der traurigen Familien-Ereignisse und der rückgängigenBermögensverhältnisse seines kranken Vaters (S. Seite 122) trat Theodorim Jahre 1843 gegen den Willen und Wunsch aller seiner Angehörigenin die Lehre bei einem Schlossermeister in Berlin. — Nachdem erdie Lehrjahre unter Entbehrungen mancherlei Art überstanden hatte,ging sein ganzes Streben dahin, sich auf dem Gebiete der Technik,Mechanik, überhaupt im Maschinenwesen weiter fortzubilden. —Mit anhaltendem Fleiß, ausdauernder Mühwaltung und großerEnergie hatte er, nach Verlauf mehrerer Jahre, seine Kenntnisse derarterweitert und eine solche Leistungsfähigkeit erlangt, daß ihm die Werk-meisterstelle in einer der bedeutendsten Maschinenfabriken Berlins über-tragen wurde. In dieser Stellung begründete er seinen eignen Hans-halt und heirathete am 30. Dezember 1856 Emilie Johanna Land-wehr aus Bielefeld. Zwei Jahre darauf übersiedelte er von Berlinnach Bielefeld und erhielt eine Anstellung als Maschinenmeister in dergroßen Spinnerei von Ravensberg, woselbst er 5 Jahre seines Amteswaltete. —
Am 1. Februar 1863 begründete Theodor eine eigene Maschinen-Fabrik in Bielefeld. Hier entwickelte er eine ganz besondere Thätig-keit und vcrwerthete mit großen Erfolgen seine vielseitigen Kenntnisseund Erfahrungen. Sein Unternehmen, vom Glücke begünstigt, nahman Umfang und Ausdehnung von Jahr zu Jahr zu, und heute ist erein wohlsituirter Fabrikherr, der von allen Seiten geachtet wird undsich des größten Vertrauens zu erfreuen hat. — Theodor, ein nach-ahmungswürdiges hochzuschätzendes Mitglied der Familie, ist einMann mit klarem Verstände, ehrenwcrthem und energischem Charakterund seltenem Humor. — Bei allen seinen Mitbürgern, deren Interessener nicht allein in der Stadtverordcten-Versammlung, sondern auch invielen anderen gemeinnützigen Vereinen vertritt, ist er eine sehr ge-achtete und beliebte Persönlichkeit. Mit seiner Gattin, die ihn durch dieGeburt von 12 Kindern, von denen 4 im jugendlichen Alter starben,erfreut hat, lebt er in der glücklichsten Ehe. Von seinen 7 Töchtern istBernhardine an Ingenieur Carl Reyscher, Mathilde an den Archi-tekten und Lieutenant der Reserve des Infanterie-Regiments PrinzFriedrich der Niederlande, 2. westfälisches Nr. 15, Gustav Reyscher