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Geschichte der Familie Baetcke
Entstehung
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IDohnftß bauernb in Horn aufzufchlagett unb bort als 2Irjt zu praftifiren. Seine IDotjnungnahm er in 6er Pia 2t2ercebes 22o. 2\. Dort befugte i£?n |u. 2t. aud) feine Schmefter2t2aria auf längere <§eit. —

3n Hont glücfte 6er Derfud}, eine Prajis ju ertperben, beffer als irgen6tr>o junor.3etjt, too fein Capital aufgezehrt mar, jrnang il)n eine unerbittliche 22othmenbigfeit, feine2tbneigungen mehr als bisher ju iiberminben un6 größere 2tnftrengungen zu machen; aud]maren ihm 6ie <5elehrten=, Künftler= unö Diplomaten=Kreife Horns, 6ie ihn mit offenen2trmen aufgenommen hotten, fympathifdjer, als mie 6ie Hamburger ©efellfchaft. Cr uerfehrteuiel bei 6em Profeffor IDolfgang Cjelbig, 6em Secretär 6es 2trd)äologifchen 3 n f 1 ^uts inHorn, einem Stu6iengenoffen feines Brubers 212af, bei 6em 2tbbä £ifzt, bei 6er Hiftori.2tuch im bjaufe 6es beutfchen Botfehafters non Keu6ell un6 ebenfo bei 6em italienifdjen212inifter 212inghetti mar er ein häufiger un6 gern gefeilter ©aft. leicht jum menigfteuöanfte er 6as feinem Klanierfpiel. Die alten £on6oner Beziehungen boten ihm Diele 2tn=fnüpfungspunfte zu 6er englifchen Colonie in Horn, un6 eine glücflid)e Kur an einer ruffifdjen^ürftin empfahl i£?n auch ruffifdjen Kreifen. 3 n 6iefer internationalen Cefellfchaft famihm auch fein Sprachtalent ju (Sute. Cnglifd), fransöfifd? un6 italienifd] fprad; er fließenbun6 accentlos. — Cr begann nun aufzuatmen, mie er felbft einmal es melbete.

IDährenö 6es I^ei^cn römifdjen Sommers trieb es ihn zumeift zurüd in 6ie uorbifche^eimath, 06er, mie früher, noch weiter nad} Horben, zu feiner Schmefter Clifabeth nachSdjottlanb. Hur ein einziges 2t2al blieb er aud) mährenb 6es Sommers in 3t a lä ßn - Diesmalging er zunächft in's ©ebirge nach Siena, bann an öie See nach Spezzia. Dort märe erbeim Baben einmal faft ertrunfeu. 2lls Dorzüglid)er Sdjmimmer hatte er fid} zu meit in bieSee hinausgemagt unb nur mit 2TTühe unb Hoth founte er fidj unter 2lufbietung aller feinerKräfte gegen eine ungünftige Strömung an's Ufer juriief retten. 3 n ^°l9 e biefes llngliicfs'babes ftellten fich £}erzbef<hmerben bei ihm ein, bie niemals mieber pöllig fd)manben, unb bieber fpäteren töbtlidjen Kranfheit gegenüber bie IDiberftanbsfähigfeit feines Körpers gefchmäd)thaben mögen. —

U)ir nahen feinem Ctibe, aber grabe in bie legten 212onate feines £ebens fiel nochein hellen Sonnenfchein Derheißungspollen ©liicfes.

3nt ^rühjahr 1878 hatte er eine junge Cnglänberin fennen gelernt, 212if3 fjarrietCarrington, bie in Begleitung Don Dermanbten 3tulien bereifte. Bisher hotte er, ber fd)onin ffomburg Don ben Damen ber fdjöne Dr. Baetcfe genannt zu merben pflegte, unb beffenherrliche ©eftalt mohl manches ^rauenherz hotte I^öEjer fdjlagen laffen, es in feiner großenBefd)eibenheit niemals glauben mollen, baß ihn ein junges Uläbchen mahrhaft lieben f'önne.3eßt fd)manben mit feiner eignen für 212ifj Carrington ermadjenben £iebe foldje ^meifel.3m 3 u m 1878 uerlobte er ftch mit ihr.

Cr felbft fehilberte feine Braut in feinen Briefen als „fresh bright and natural."<gmar fei fte, mie ja auch nüt Doller Berechtigung, in ihren ©efühlen Cnglänberin, boch feifte als foldje recht porurtheilslos; fte höbe einen tiefen, innerlichen, religiöfen ©ruttb, befäfjegroßes Calent für Zeichnen unb 212alen unb fei auch fehr mufifalifd}. Sie höbe in £onbonDon ben erften £ehrern Unterricht in ber 212ufif geuoffen, fo Don Sir 3 u lion Benebict im"HlaDierfpiel unb doh Hanbegger im ©cfang. Sie fei mittelgroßer Statur, höbe blaue 2lugen,bunfelblonbe £}aarfarbe, unb fei eher lebhaft als ruhig. —

Hoch Schottlaub holte er feine Derlobung brieflid} gemelbet, nach Deutfchlanb brachteer perfönlid) bie frohe Botfdjaft. gunächft traf er am f3. 3 un i 1828 in Kiffingen mitmit feiner Schroetter Cart) unb bereit 212anne zufammen, bann ging er nach bjamburg unbDon hl« aus auf einige Cage auch nfl ch Cutin. Don Hamburg aus antmortete er am26. 3 u ft 1878 feiner Schmefter Clifabeth auf bie fchottifchen ©tücfmunfchfchreiben u. a.: