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Geschichte der Familie Baetcke
Entstehung
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„Poppelsdorf, 3uli 1860.

„HTein Hlter, es fyat 3U allen Reiten Hlänner gegeben, und es giebt„deren aud) fyeute nod), die mit Hed)t pon der IDelt gepriefen und als Beifpiele„der gröften Selbstverleugnung und UneigennüfigFcit pingeftellt merden. Hlänner„aber, die, mie Du, fiel) felbft im 3£>ol)ltf?un gegen andere aufopfern und mit„toafyrer Hngft darüber tuadjen, daf feiner, aufer dem (Empfänger der IDoflthat,

„fyiertvon Kunde erhält, die mit Sdjeu faft jeden Danf der letzteren pon fid)

„meifen, das ©ute nur des ©uten willen tl)un, denen der ©goismus in jeder„Be5tel?ung fo unendlich fern liegt, foldje Hlänner find für die IDelt meift bölpnifdje„Dörfer geblieben. Die ©efd)id)te überliefert uns die Hamen foldjer Hlänner„nid)t, fann das nidjt, weil fie mit der größten Dorftd)t der IDelt gegenüber„jeden Schein permeiden. Die IDelt perftefyt überhaupt diejenigen nid)t, die 311„hoch über il)r flehen. J a / nic "' Hlter, Du ftepft cin3ig in diejer mahren ©röfe da!"

Heben foldjer Selbftlofigfeit überrafdf es uns faft, daf 3 U ^ US auc h einen gait3en ©fyeilpon Selbftbemuftfein befaf. ©in HriftoFrat tpar er, in dem beften Sinne des IDortes, fo fetjr,daf er feinen Söhnen einjuprägen fud)te, als Hegel dürfe jegüd)er materielle Sebensgenufnur innerhalb der eigenen IDofnung genoffen »erden; und dod) maren der äuferlicfe ©ruft,den er faft ftets bemafrte, fein gefegtes, gemeffenes Benehmen fremden gegenüber, faummehr als ein <5ügel, dett er Fünftlid) fid) felbft und der alpugrofen IDeid)heit feines ©emütljesanlegte. 3 n feiner ^amilie tuar dauon nidtts 51t fpüren, und pon 3auberl)aft freundlichem£äd)eln tonnten feine <?)üge tm Kreife feiner "Kinder erftrahlen. Hud) niedriger Stehenden gegenübermar er freundlich und Icutfelig. Don durchdringendem ©erechtigfeitsgefühl beherrfd)t, mochte erauch dem ©eringfteu fein ©iittelchen eines Hedites je fd)mälern. Peinlich genau mar erdeshalb auch in der ©inhaltung non Derabreduttgen über un & Stunde. Hiemals liefer aus eigener Sdjuld 3emattden marten. Selbft gegenüber feinen eigenen, auf feinen ©abafs=böden befd)äftigten Arbeitern mar er äuferft pünFtlid). Doppelt empfand er es aber aud),roettn it)m gegenüber durch UnpünFtlid)Feit gefehlt murde. Das muften feine Kinder, aberFaunt brauchte eins pon diefen einen fefarfen ©adel über fold)' eine dem Dater miderfahreneKränfung 3U äufern, fo gemann fd)on feine grofe Haide die Ueberljand über feinen Unmutlj,und er felbft fudjte mögliche ©ntfdjuldigungen für den UnpünFtlidjen l)et' Dor -

Don dem BaetcFe'fdjen ©rbfehler, der aufbraufendeu ©jeftigfeit, mar auch er nicht ✓

gan3 frei, niemals aber mar fein ^orn pon Dauer.

Daf ein foldjer ©haracter in politifdjer pinficht nur innerlich Fonferpaliu fein fonnte,ift faft felbftperftändlich. IDiederhoIt äuferte er fid? in Briefen mit grofer Deradjtung überdie Demofraten der 18 er ^eit, und mit banger Sorge erfüllte es ihn, als es fdjien, als obfein Softt 3 U ^ US ft^h Don der hohlen HhetoriF der Dolfsredner fortreifen laffen molle.

Bei uns in pamburg perfd)Ioffen fid) indef aud) die fonferpatipften Hl ärmer nid)tder ©infidjt, daf piele der damaligen ^uftände in Deutfcfland einer gründlichen Derbefferungbedurften, und eine ^eit lang erhoffte aud) 3 U ^ US eine fo!d)e pon der ^ranFfurter HationahDerfammlung. Kls peinrid) pon ©agern 1819 pamburg befud)te, da gehörte 3ulius 3Udenen, die ihm ein ^efteffen gaben. Die ^reiheitsbeftrebuugeu mirFIid) fd)lcd)t regierterdeutfd)er Stämme hotten felbftperftändlich feine pollften Sympathien. —

Don den menigen fd)riftlid)en politifd)en Keuferungen feinerfeits, die erhalten gebliebenfind, möge der folgende 2lus3ug aus einem, feinem Bruder ©uftap am 6. Hlai 1851,gefdjriebenen Briefe hier piaf finden.

...... Du paft red)t, menn Du die frühere ©inquartierung der

„Preufen und die jefige der (Defferreid)er — pon beiläufg gefagt 1000 Hlann —

„für Foftfpielig und drücFend erad)teft. Die Steuer trifft indef nur den bemittelten