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„Hamburg, ^reitag, \7. Kuguft f832.
„(Einen guten freunbltdjen, tjerjlidjen morgen bietet Dir fein mann,„mein tl)eures, geliebtes IDeib, an bem ©age, mo non allen id) fo gerne bei„Deinem (Ermaßen 5ugegen märe. Unfere Körper fiub nod) für einige Stunben„getrennt, mein ©eift ift aber um Diel), fcfyaut Deine lieben <£)üge, freut ftd), fie„bie feinigen nennen 3U fönnen, unb bittet um Per5eil)ung, Deinem 2Dunfd)e„fdjon bort ,u fein uid)t gehorfamt 311 l)aben. Ulit pintenanfehung meiner„Pflid)t märe mir biefes mot)I möglich gemefen, aber bas trägt nie gute Jrüd?te,„unb hätte meine ^reube über biefen ©ag gemifj getrübt. IDürbe 3 c 'uanb, ein„Hnbefannter, mir auftragen: „Betreiben Sie mir ~ä? l 'e <frau", id) mürbe„antmorten: „Denfen Sie fid) bas fanftefte, liebenollfte, tugenbljaftefte ©efchöpf,„unb geben Sie biefern ©eifte einen fleinen Körper, mit gellen paaren, biden„Kugenbrauen, großen, braunen, frieblicpen Kugen, ber Kusbrud bes ©efidjtes„muf ernft, aber burd)aus meiblid) fein, beiden Sie fid) bie junge <frau fröt)Iid),„non ftets gleicher £aune, tapfer, uuternebmenb, aber mo ©efapr ift ängftlid),„unb bann fel)en Sie 311, ob Sie nid)t an itjrer Seite einen biden blonben Knaben,,,uod) jung, aber faft ebenfo grojj, mal)rnel)men fönnen. Das ift meine ^rau.„piernad) nun meffen Sie mein ©lüd ab. Kann id) anbers, als mie fo r>iel„perrlidjes nerel)ren, fo r>iel ©reue unb Knl)änglid)feit lieben, unb märe id) aud)„ber blinbefte, unneruünftigfte ©Hann, müfte id) über ben Befif, eines IDeibes„mit fo grofen Dorjügen mid) nid)t täglid), ftünblid) freuen?" 3 a < meine t£)eure„(Emilie, mein ©roft in trüben, mein (Entsüden in froljen ©agen, r>or nieten„Sterblichen bin id) burd) Did) begünftigt, unb Überbenfe id) meine £age, fo habe„id) nur ben einen JDunfd): es bleibe Klles, mie es iftl
„Dem Sdjöpfer unb Dir Danf für mein ©liid. Dann meiter. IDeId)e„Derbienfte hat bie junge UTutter nid)t um meinen Sohn. ©Die hat fie if?n nicht„mäl)renb p/2 3al)ren feines furzen £ebens gepflegt, mie gerne gebulbet, bafj er„mit ber DTild) aud) ihre Kraft nahm, mie ihn gefdjleppt, fid) nom ©Dörgen„bis in ben ©Ibenb abgearbeitet, unb mie müffen er unb id? d? r baufbar fein,„jept, mo mir bie guten folgen biefer ©Kühen genießen! £iebe, gute ^rau, id)„brüde Did? an mein pers. Der pimmel fd)enfe Dir mie bisher eine gute„©efunbheit, unb beffere mid), bamit aud) uid)t ber fleinfte Unmutl) Deine heiteren,,©age trübe, ©laube mir, id) fpred)e im (Ernft, meun id) Did) taufenbmal„por3Üglid)er nenne als mid). IDie fann id) bod) mit all' ber £iebe für Did)„häufig fo fd)Ied)t fein. Dod) l)ierr>oit fd)meige id) gleid), benn einmal millft Du„mir biefes nid)t glauben, unb bann helfen babei IDorte ja nid)ts. ©haten follen„für mid) reben.
„Um fo oiel nad) \ Uhr, mie ©Uöndeberg gebraucht um com IDanb-„rahm, mo er nod) eine Stunbe giebt, bis hierher 3U gehen, fahren mir morgen„ab, fo baj? id) mit Dir 311 mittag effen, an Deiner Seite auf Deine ©efunbheit„trinfen fann. Bin id) aud) nid)t mährenb bes gan3en ©ages bei Dir, fo h a be„id) bod) bas ©liid am *8. ©luguft fagen 311 fönnen: „Bon heute ab mirb mir„mieber für lange §eit ber ununterbrochene Befitj meines IDeibes." Dem 3ungett„einen Kufj für feinen gähn.
„(Einige Stunben fpäter mie biefer Brief trifft Did)
„Dein über ©llles Did) liebenber Ulanu
B."
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