Zu Anfang des Juni 1658 hatte der schwedische G.-Major Bötticher vierRegimenter in die Herrschaft Pinneberg zurückgesandt und darin einquar-tieren lassen. Die Schweden, die mit ihrem Aufbruche nach nicht groß eilten,belegten das Amt Piuncberg, die Voigtei Uetersen und andere daherumliegende Orte und lagerten sich um die Marschen.
Am 19. Juni besichtigte Ebersteiu die Garnisonen zu Glückstadt undCremp e; am 20. Juni ersuchte er den in Flensburg stehenden Pfalzgrafenv. Snlzbach, die in dem ausgehungerten Amte und Herrschaft Pinneberg ein-qunrtirten schwedischen Truppen zu delvgiren und ernstliche Verordnung darüberergehen zu lassen, daß gute Disciplin gehalten und der arme Bauersmann vonden Reitern nicht mit Schlagen traktirt werde und daß die schwedischen Offiziere,welche die k. dänische Holzung angegriffen und das gefällte Holz zu Geld gemachthatten, sich solchen anmaßlichen Beginnens enthalten; zugleich bat Eberstein, derPfalzgraf mochte ihm „die besondere lnvanr erweisen und bei dem Könige vonSchweden es dahin befördern", daß das Amthaus Pinueberg ihm eingeräumtund die Besatzung aufgehoben werde, zumal es ja keine Festung sei, es auchnicht wieder besetzt werden würde, sondern nur zu seinem Hauswesen eingerichtetwerden sollte. Am 30. Juni theilte der Reichs-Admiral Wrangel dem Feldm.Eberstein mit, daß er dem Obersten Gorgaß beordert habe, das AmthansPinneberg ohne weiteren Verzug zu räumen und zu überliefern; die in derHerrschaft Pinneberg einquartierten Truppen aber konnten nicht verlegt werden,„weil es aber mit Jhrv K. Maj. in Dänemark fast ganz richtig, daß deswegenmit dem ehesten der Aufbrach der Armee geschehen möchte, und die Schwedenalso das ganze Land verlassen würden", so möchte Eberstein „solchen wenige»Verzug nicht ungleich vermerken". Nachdem nun das Amthaus von der schwe-dischen Garnison befreit worden war, begab sich Eberstein am 13. Juli in Persondahin, um dasselbe in Augenschein zu nehmen.
Nkr. 12. Uxti'nel schreiben von dem l): reichndinirnl IVi'nnqwI an den I). KV-nernlfel'dtmarschalk E. Ä. v. Köerslein «I. 6. Itenlibnrg den 30. .Innij nnin»1658. ?rnk8entntuin Ilnl'nino 6: 13. lulii 1658.
U)aß wegen dan des ambthaußes Pinneb erg s halber ich in gnädigsterantwort erhalten, das solches cwi gxoall: ohne einigen weitern verzueg abgetretenvnnd zu dero wohnnng eingereumet werden soll, vnnd habe ich alschon dem obristennLlorg'nss deßfalls beordert, das so balt ew. oxovIU solches begehren vnnd iemandtdahin schicken werden, er eß deroselben ohne weitere Hinternuß avaouiren vnnd nbcr-lieffern soll. Was sonsten ewer axoalU in dero posiserixto gedencken wegen derherrschafst Pinnenberg, daß selbige von der einquarticrung in etwas erleuch-terung haben mochte, so sehe ich doch in warheit nicht, wo solche trouWkn itzoanderweit zuverlegen stunden; weil es aber mit jhro königl: maytti in Dennemarckfast gantz richtig, das deßwegen mit dem ehisten der vssbrnch der nrmak ge-schehen möchte, vnnd wir also daß gantze landt qnitiren werden, also geliebenew: sxeell: solchen wenigen verzueg nicht vngleich vcrinercken, sondern versichertsein, daß ich in alle wege verbleibe, der ich negst ergebnng LRristj schütz bin >Lwerkxeallkuti? dienstwilliger diener <üul (Znstav IVinmiol.
Nachdem der G.-Major Eckerich Bremervörde „qnittirt" und mit seinenVölkern nach Glückstadt marschirt >var, entließ Eberstein den Unter-Komman-danten von Crempe, Oberst-Lt. Birkenfeld, dessen Wunsche gemäß, und stellteam 6. Juli früh den G.-Major Eckerich in Glückstadt und nachmittags denOberst-Lt. Brehmer in Crempe als Kommandanten vor.
Die Hauptleute der Cremper Marsch hatten sich schon längst im Namen derganzeir Marsch über den Oberst-Lt. Christoph Hagedorn wegen abgeforderter,auch erlangter, aber nicht restitnirter Pferde beklagt und sich auch bei Eberstein'sDorthinknnft darüber beschwert. Obgleich nun letzterer diese Sache sofort zum
Kriegsberichte. "