Druckschrift 
Kriegsberichte des Königl. Dänischen General-Feldmarschalls Ernst Albrecht von Eberstein aus dem zweiten schwedisch-dänischen Kriege : herausgegeben nach Briefen und urkundlichen Aufzeichnungen im Königl. Reichsarchive zu Kopenhagen und im Königl. Geheimen Staats-Archive zu Berlin
Entstehung
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er Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg war als Herzagvan Preußen van dem Deutschen Reiche und dessen Oberhaupte uu-uApängig, dem Königreiche Palen aber lehnspflichtig. Der Schweden-^ könig Karl Gustav, welcher dahin trachtete, die alleinige Herrschaftüber die Ostsee und den Narden Europas zu erringen, hatte im Sommer1655 wie iin Fluge ganz Palen erobert und hatte am liebsten zugleich mit Palenauch den Herzog von Preußen niedergeworfen. Anfänglich nahm dieser zwischenbeiden sich bekriegenden Staaten eine neutrale Stellung ein; nach der Flucht des

20. Juli 1656) mit Karl Gustav Theil an der dreitägigen Belagerung vanPraga, der Vorstadt Warschaus, und am 10. Nov. 1656 schloß der Schwedeu-könig mit ihm den Vertrag von Labiau, welchem gemäß das Lehnsverhältnisaufhören und durch einen beständigen Bund ersetzt werden sollte.

Als Oesterreich bereit war, den Polen Hülfe zu leisten, und als sichauch noch die Dänen gegen Schweden erhoben, wurde Karl Gustav gezwungen,den Kriegsschauplatz nach Dänemark zu verlegen. In nur 17 Tageu legte er55 Meileu zurück; Ende Juli 1657 stand er schon in Holstein. Schleswigund Jütland wurden von da aus erobert und den Dänen auch alles genommen,was sie im Bremischen besetzt hatten, sodaß denselben nur wenige feste Plätzeblieben. Endlich, am 3. Nov. 1657, fiel auch Friderieia.

Nachdem der Verlauf des Feldzuges von 1657 eine ganz andere Wendunggenommen hatte, trat der Kurfürst Friedrich Wilhelm ans die Seite der be-drohten Mächte, da er hoffen konnte, daß auch Oesterreich seinem Verlangennicht mehr entgegen wirken würde, seine Souverainetät über Preußennunmehr selbst von Polen anerkannt zu sehen. In dem Vertrage von Wehlau(19. Sept. 1657) willigten denn auch endlich die Polen in die Anerkennung derSouverainetät des Kurfürsten als Herzogs von Preußen. Der liebertritt desKurfürsten zur Gegenpartei wurde von Karl Gustav selbstverständlich als Bundes-bruch betrachtet.

Um sich ans der Noth und Bedrängnis, in welche König Friedrich III.von Dänemark durch das Eindringen des Schwedenkönigs in Schleswig undJütland gerathen war, zu retten, berief derselbe im November I<in»7 den kriegs-und welterfahreuen, aus eigenem Dienstverhältnisse als schwedischer Oberst auchdie schwedische Armee und deren Kriegsweise gründlich kennenden FeldherrnErnst Albrecht vvn Gberstein in seine Dienste und stellte ihn als General-Feldmarschall im Reiche und Landen an die Spitze seiner Streitkräfte.

Ernst Albrecht v. Eberstein begab sich nun mit Erlaubnis des Kur-fürsten vvn Sachsen nach Kopenhagen, wo nach erfolgten ausgedehnten An-werbungen für das dänische Heer vier Kriegs-Direktoren ernannt wurden, als:der General-Feldmarschnll E. A. v. Eberstein, General-Lieutenant Güldenlöw,General-Major J ohann Scha ck und Oberst Fuchs (Mwn.tr. iknrop. VIII, 22M).