- 350 -
waren am Sarge, 4 andere wurden auf hohen Ritterstandartengetragen. Keine hochadlige Gruft sollte ihrem Testament zu-folge ihre Gebeine bergen; sie wollte auf dem Nicolaus-Kirchhofzu Innsbruck ruhen, weil dies der Stadttheil ihrer so inniggeliebten Armen sei; sie pflegte zu sagen: „mitten unter denschlichten Gräbern wird auch für mich gebetet werden."
Ihre Gesellschaftsdame, Frl. Marie von Ottenthai, schliessteinen Brief mit den Worten: Ich kann versichern, selbst vonFreidenkern hörte man die Worte: „Es ist eine Heilige ge-storben"; und ein Innsbrucker Priester sagte: „Ich bedaure,dass unsre Gräfin nicht auf dem städtischen Friedhof meinerPfarrei ruht, und zwar aus dem Grunde, weil ich glaube, siewerde noch einmal selig gesprochen." 1 )
Kraft oben erwähnten Vertrags von 1814 und der Erb-folge-Ordnung von 1819 ging das ganze Erbe an die Alt-Lei-ninger Linie über.
B. Bayrischer Ast der Neu-Leininger Linie.
682 Georg Ernst Ludwig
Graf zu Leiningen-Westerburg-Neu-Leiningen.
Geb. 3. Mai 1718, wurde er von seiner Mutter, GräfinMargarethe, wegen deren Beziehungen zum dänischen Hofenach Kopenhagen gesandt, wo er Fähnrich der kgl. dän. Leib-garde wurde und zugleich erfolgreich studirte. 1738 gab Ernstden dänischen Dienst auf und kehrte nach Grünstadt zurück,wo er zuerst seinem Bruder Karl I. wegen der Primogenituropponirte, dann aber in die Landestheilung einwilligte, wobeier 7a Neu-Leiningen, Obrigheim, Monsheim und Wachenheima. Pf. erhielt.
') Beide Aeusserungen: Ebenda S. 27.