Druckschrift 
2 (1891)
Entstehung
Seite
347
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Nur 40 Jahre alt starb er unerwartet 1. Oct. 1856 zuKrakau; begraben liegt er zu Wien, doch wurde in der Wester-burger Kirche eine Gedenktafel errichtet. 1 )

Da Graf Christian unvermählt war, fiel sein Erbe an seineeinzige Schwester:

Seraph ine Francisca Barbara Christine

Gräfin zu Leinin gen-Westerburg-Neu-Leiningen.

Geb. 4. Oct. 1810 zu Klagenfurt. Durch den mütterlichenEinfluss ebenfalls katholisch, wurde sie im Pensionat der Con-gregation de notre Dame in Pressburg erzogen, kam 1824zu ihrem Onkel August und 1827 zu ihren Grosseltern Porcianach Venedig, Udine und Görz. Im März 1838 wurde sie Ehren-dame des freiweltlich adeligen Damenstifts zu Maria Schul inBrünn und trat 12. Juli 1838 ins kaiserl. Damenstift in Inns-bruck ein, in dem sie 22 Jahre bis 1860 verblieb. 1839 wurdesie Sternkreuzordensdame; auch war sie im Besitz des Johan-niterkreuzes.

') Da Historien und Anocdoten Iiisher mitgetheiit wurden, sei der Vollständig-keit halber auch die über Christian von L. v. Sacher-Masoch in seinen ,,Sil-houetten" (Leipzig, Schulze 1879) S. 61—77 erzählte Geschichte erwähnt: GrafChristian „als Fechter und Pistolenschiitzo in der Armee bekannt, ein Mann, dersein Leben dutzendmal kalten Bluts in der Schlacht wie im Duell gewagt hatte,"war kurz vor Sckluss des Jahres 1855 mit seinem Adjutanten Hauptmann BaronUracca und dem Gesandtschaftsbeamton und früheren Officier Zueck in Wiesbadenzusammen. Auf die gelegentliche Frage, oh der Graf an Geister glaube, erwiderteer, dass es in seinem nahen, alten Sfammschlosse Westerburg der Sage nach inder Noujahrsnacht spuke, und schlug vor, diese Nacht dort zuzubringen, um diedortigen Geister herauszufordern, wobei Jeder seinen Muth beweisen könne.Die 3 Herren fanden sich in der Sylvesternacht 1855 auf 5G auf der Westerburgein, und als die Schlossuhr während des heiteren Nachtmahls Mitternacht schlug,fiel in der Vorstube eine Rüstung mit lautem Schlag zu Boden, da eine eiserneKlammer, welche die Rüstung hielt, vom Roste zerfressen und der Stein, auf demsie stand, mittendurch geborsten war. Am nächsten Morgen ergab sich, als allewieder beim Frühstück zusammen kamen, dass abgesehen davon, dass dem BaronUracca eine höchst merkwürdige Geschichte passirt war, auch der Graf etwas