Grafen wurden schimpflich?behandelt; ein republikanischerOflicier zog gegen den regierenden Grafen Karl II., als diesernach dem Grund solcher Behandlung frug, seinen Degen undwürde ihn wohl niedergeschlagen haben, wenn der Graf ihnnicht am Arm ergriffen und so den Hieb abgehalten hätte?Das zahlreich versammelte Volk, das noch zum grössten Theilzu den Grafen hielt, wollte Sturm läuten und sich zur Gegen-wehr anschicken, doch gebot Graf Karl Mässigung und Ruhe.Am 25. und 26. Februar mussten alle Waffen abgeliefertwerden. Am 26. Febr. kam Antwort von Mainz, wonach „dadas deutsche Reich der Franken-Republik denKrieg erklärthabe,die Grafen von Leiningen als Feinde zu betrachten und zu be-handeln seien." Den Grafen stellte man daher zum Schwören oderAuswandern die Frist von 4 -8 Uhr Abends mit der Drohung,dass sie widrigenfalls über die Grenze und den Feinden derfränkischen Nation zugeführt würden; sie erbaten und erhieltennoch eine Frist für ihre Erklärung bis zum nächsten Morgen.
Am 27. Febr. 1798 übersandten die Grafen die schrift-liche Erklärung, dass sie den Eid nicht leisten und dasWeitere abwarten wollten. Angesichts der Zwangslage, in dersich dieselben befanden, ist diese muthige 1 Erklärung undtapfere Haltung bewunderungsweifhf denn die Grafen musstensich selbst sagen, dass sie, in der Gewalt dieser rohen/Menschen,nur einem dunklen Schicksale entgegen gehen konnten,
Sie wurden denn auch sofort gefangen genommen, ineine Chaise gesetzt und unter starker militärischer Bedeckunghinweggeführt; der Zug ging aber nicht nach dem Rheine,sondern nach Landau, Strassburg, und endlich nach Paris.Schrecklich war die Kunde hievon für die noch in Grünstadtweilende Mutter und Gattin des abgeführten Grafen FriedrichLudw. Leopold; diese verlangten und erhielten von den Kommis-sären die Erlaubnisse sich von Grünstadt entfernen zu dürfen, u.zogen am 28. Febr. nach Mannheim mit Hinterlassung ihrer